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Bildung und Erziehung

 
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Einleitung
 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  Die Welt wird vom Atem eines Kindes in der Schule getragen.
(Babylonischer Talmud: Shabbat, 119b)

Bildung und Erziehung sind ein kostbares Erbe in Israel. Gemäß der Tradition vorheriger Generationen wird der Bildung auch in der heutigen israelischen Gesellschaft ein fundamentaler Stellenwert beigemessen. Sie wird als Schlüssel zur Zukunft angesehen. Das israelische Erziehungssystem hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Kinder zu verantwortungsbewussten Mitgliedern einer demokratischen, pluralistischen Gesellschaft zu erziehen, in der Menschen mit unterschiedlichen ethnischen, religiösen, kulturellen und politischen Hintergründen und Prägungen zusammenleben. Dieses Erziehungssystem basiert auf den Werten des Judentums, der Liebe zum Land Israel und den Prinzipien der Freiheit und Toleranz. Es ist bestrebt, den Schülern ein umfassendes Wissen auf einem hohen Niveau zu vermitteln, wobei besonders viel Wert auf wissenschaftliche und technologische Kenntnisse gelegt wird, da diese für die fortdauernde Entwicklung des Landes sehr entscheidend sind.

Herausforderungen

Bereits zum Zeitpunkt der Staatsgründung im Jahre 1948 existierte ein voll funktionierendes Bildungssystem, das von der jüdischen Gemeinschaft während der britischen Mandatszeit aufgebaut und beibehalten worden war. Die hebräische Sprache, die schon gegen Ende des 19. Jahrhunderts als Umgangssprache wiederbelebt worden war, war in allen Bildungsstätten in Gebrauch.

Doch seit der Staatsgründung stand das Schulsystem immer wieder vor der enormen Herausforderung, eine große Anzahl von immigrierten Kindern aus über 70 verschiedenen Ländern - einige kamen mit ihren Eltern, andere allein - zu integrieren. Auf diese Weise erfüllte sich Israels raison d'être als das historische Heimatland des jüdischen Volkes. Den Massenimmigrationen in den 50er Jahren - hauptsächlich waren es Einwanderer aus dem Nachkriegseuropa und arabischen Ländern - folgte in den 60er Jahren ein starker Zustrom von Juden aus Nordafrika. In den 70er Jahren traf die erste große Einwanderungswelle von Juden aus der Sowjetunion ein. Weitere kleinere Einwanderergruppen kamen von dort später schubweise nach. Seit der Auflösung der Sowjetunion 1989 haben über eine halbe Million russischer Juden Israel zu ihrem Heimatland gemacht. Immer noch treffen jedes Jahr Zehntausende von jüdischen Immigranten aus der Sowjetunion in Israel ein. In zwei Massenimmigrationen, 1984 und 1991, wurde fast die gesamte alte jüdische Gemeinde von Äthiopien nach Israel gebracht. Im Laufe der Jahre siedelten sich auch viele Juden vom amerikanischen Kontinent und anderen Teilen der freien Welt in Israel an.

Programme, die speziell entwickelt wurden, um den Immigrantenschülern den Einstieg zu erleichtern, umfassen die Erstellung von entsprechenden Lehrplanhilfen sowie die Einführung von kurzfristigen Klassen, in denen die Schüler mit Lehrinhalten bekannt gemacht werden, die sie in ihren Herkunftsländern nicht gelernt haben, wie z.B. die hebräische Sprache und die jüdische Geschichte. Es wurden spezielle Ausbildungskurse für Lehrer eingerichtet, in denen sie auf die Arbeit mit Immigrantenschülern und ihren unterschiedlichen kulturellen Hintergründen vorbereitet werden. Zudem werden Wiederholungsschulungen für immigrierte Lehrer angeboten, um deren Anstellung im israelischen Erziehungssystem zu erleichtern.

Gleichzeitig ist das Ministerium für Erziehung, Kultur und Sport in Zusammenarbeit mit den Erziehungswissenschaftlichen Instituten an den israelischen Universitäten in ein laufendes Projekt eingebunden, bei welchem traditionelle Unterrichtsmethoden mit modernen pädagogischen Praktiken wie Gleichbehandlung der Geschlechter, Aufwertung der gesellschaftlichen Stellung des Lehrers, Erweiterung humanistischer Lehrpläne und Förderung von wissenschaftlichen und technologischen Studien in Einklang gebracht werden. Ein Schlüsselaspekt dieser Politik ist es, gleiche Bildungsmöglichkeiten für alle Kinder zu schaffen.

Prozentualer Anteil der Schüler der 12. Klasser unter den 17- bis 18-jährigen

 
     

Das Schulfernsehen (Educational Television [ETV]), eine Einrichtung des Ministeriums für Erziehung, Kultur und Sport, produziert und sendet Schulprogramme für den Gebrauch in Schulklassen sowie Bildungs- und Kulturprogramme für die Gesamtbevölkerung. Zudem entwickelt das Schulfernsehen in Zusammenarbeit mit fachlich qualifizierten Pädagogen an Universitäten und Lehrerseminaren neue Unterrichtsmethoden. ETV hat sich der Förderung des lebenslangen Lernens verschrieben und stimmt daher seine Programme auf alle möglichen Altersgruppen ab. So gibt es Förderungsprogramme für Vorschüler, Unterhaltungsprogramme für Jugendliche, Bildungskurse für Erwachsene und Nachrichten für alle Altersgruppen. An sechs Tagen in der Woche sendet ETV auf zwei Kanälen mit einer Gesamtsendezeit von ca. 10 Stunden pro Tag.

 
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