LogoAlt
 
MFADE          GESCHICHTE- Die Fremdherrschaft

GESCHICHTE- Die Fremdherrschaft

 
 HISTORISCHE DATEN  |  ARCHAOLOGIE  |  DER BIBEL  |  ZWEITEN  TEMPEL  |  FREMDHERRSCHAFT  |  DER STAAT ISRAEL
 
     
Die Fremdherrschaft
 
 

 

 
Byzantinische Herrschaft
(313-636)

Nach Kaiser Konstantins Bekehrung zum Christentum (313) und der Gründung des Byzantinischen Reiches war das Land Israel gegen Ende des 4. Jh. ein überwiegend christliches Land geworden. Auf den heiligen Stätten des Christentums in Jerusalem, Bethlehem, Galiläa und vielen anderen Teilen des Landes wurden Kirchen gebaut und Klöster errichtet. Die Juden verloren ihre frühere Autonomie, durften keine öffentlichen Ämter mehr bekleiden und konnten Jerusalem nur noch einmal im Jahr zur Beweinung des zerstörten Tempels (Tisha b'Av) betreten.

Die von der messianischen Hoffnung auf Befreiung erfüllten Juden unterstützten die persische Invasion von 614. Als Dank für ihre Hilfe wurde ihnen die Verwaltung Jerusalems übertragen. Das Zwischenspiel dauerte nur drei Jahre; schon 629 eroberte die byzantinische Armee die Stadt zurück und vertrieb die jüdischen Einwohner aufs Neue.


Arabische Herrschaft
(636-1099)

Die arabische Besetzung des Landes begann vier Jahre nach dem Tod des Propheten Mohammed (632) und dauerte mehr als vier Jahrhunderte; die Kalifen regierten erst von Damaskus, später von Bagdad und Ägypten aus. Anfangs konnten die Juden wieder in Jerusalem wohnen. Die jüdische Gemeinschaft erhielt den unter islamischem Recht für Nichtmuslime üblichen Status geschützter Personen, deren Leben, Eigentum und Recht auf freie Religionsausübung gegen Zahlung besonderer Kopf- und Grundsteuern geschützt war.

Beschränkungen, die schon bald (717) Nichtmuslimen auferlegt wurden, verschlechterten jedoch die öffentliche und rechtliche Stellung der Juden und beeinträchtigten ihr Recht auf freie Religionsausübung. Die Erhebung hoher Steuern auf landwirtschaftlichen Grundbesitz zwang viele Juden, ihre Dörfer zu verlassen und in die Städte zu ziehen, wo sich ihre Lage kaum verbesserte. Die immer schärfere soziale und wirtschaftliche Diskriminierung zwang viele Juden schließlich zur Auswanderung. Gegen Ende des 11. Jahrhunderts war die jüdische Gemein-schaft zahlenmäßig stark zurückgegangen und hatte ihren organisatorischen und religiösen Zusammenhalt zum Teil verloren.

 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
Kreuzfahrerzeit
(1099-1291)

Mit dem Aufruf Papst Urbans II. (1095), das Heilige Land von den Ungläubigen zurück zu erobern, beginnt

die Periode der Kreuzritter. Im Juli 1099 nahmen die Ritter des 1. Kreuzzuges und ihre Pöbeltruppe nach fünfwöchiger Belagerung Jerusalem ein. Die meisten nichtchristlichen Stadtbewohner wurden niedergemetzelt. Die in den Synagogen verschanzten Juden verteidigten ihr Stadtviertel vergebens; sie wurden verbrannt oder in die Sklaverei verkauft. In den folgenden Jahrzehnten dehnten die Kreuzritter durch Verträge, meist aber durch blutige Eroberungen, ihre Macht auf den Rest des Landes aus. Das lateinische Königreich der Kreuzritter wurde von einer kriegerischen Minderheit beherrscht und beschränkte sich hauptsächlich auf befestigte Städte und Burgen.

Als die Kreuzritter die Handelswege von Europa öffneten, wurden Pilgerfahrten ins Heilige Land zunehmend beliebt. Viele Juden versuchten auf diese Weise, in ihre Heimat zurückzukehren. Zeitgenössische Quellen belegen die Ankunft einer Gruppe von 300 Rabbinern aus Frankreich und England, von denen sich einige in Akko, andere in Jerusalem niederließen.

Als ein muslimisches Heer unter Saladin (1187) die Kreuzritter stürzte, erlangten die Juden wieder größere Freiheiten, darunter das Recht, in Jerusalem zu wohnen. Nach dem Tod Saladins (1193) konnten die Kreuz-ritter wieder im Land Fuß fassen, ihre Stellung blieb jedoch auf ein Netz von Burgen beschränkt. Mit dem Sieg der Mamelucken, einer in Ägypten aufgestiegenen Militäroligarchie, ging die Kreuzfahrerzeit 1291 endgültig zu Ende.

Mameluckische Herrschaft
(1291-1516)

Unter den Mamelucken wurde das Land Israel eine unbedeutende Provinz, die von Damaskus aus regiert wurde. Akko, Jaffo und andere Häfen wurden aus Furcht vor neuen Kreuzzügen zerstört, der Handel auf dem Seeweg wie auf dem Landweg kam zum Erliegen. Gegen Ende des Mittelalters waren die Städte verfallen, Jerusalem fast verlassen und die kleine jüdische Gemeinde bettelarm. Die Zeit des Niedergangs der Mameluckenherrschaft war von politischen und wirtschaftlichen Unruhen, Seuchen, Heuschreckenplagen und verheerenden Erdbeben überschattet.


Osmanische Herrschaft
(1517-1917)

Nach der Eroberung durch die Osmanen im Jahr 1517 wurde das Land in vier Distrikte eingeteilt, die zur Provinz Damaskus gehörten und von Istanbul aus regiert wurden. Zu Beginn der osmanischen Zeit lebten etwa 1000 jüdische Familien im Land, die meisten in Jerusalem, Nablus, Hebron, Gaza, Safed und den Dörfern Galiläas. Sie waren die Nachkommen von Juden, die schon immer im Land gewohnt hatten, sowie von Einwanderern aus Nordafrika und Europa.

Bis zum Tod Sultan Suleimans des Prächtigen (1566) brachten geordnete Regierungsverhältnisse dem Land Verbesserungen und eine verstärkte jüdische Einwanderung. Einige der Neuankömmlinge ließen sich in Jerusalem nieder, aber die meisten zogen nach Safed, einer Stadt, in der Mitte des 16. Jh. 10000 jüdische Einwohner lebten, in der das Textilhandwerk blühte und die zu einem Zentrum der Gelehrsamkeit geworden war. Zu jener Zeit erreichte das Studium der Kabbala (jüdische Mystik) einen Höhepunkt. Zeitgenössische Erklärungen zum jüdischen Gesetz, wie sie im Shulchan Aruch kodifiziert wurden, nahmen von den Gelehrtenstuben in Safed aus ihren Weg in die gesamte jüdische Diaspora. Die Blütezeit hielt nicht lange an.

Der allmähliche Niedergang der osmanischen Verwaltung ließ das Land von neuem ins Elend sinken. Ende des 18. Jh. bestellten verarmte Pachtbauern ein von seinen abwesenden Großgrundbesitzern ausgesogenes und vergessenes Land. Die Steuerlast war ebenso unerträglich wie willkürlich. Die großen Wälder Galiläas und des Karmel wurden abgeholzt, Sumpf und Wüste breiteten sich auf ehemaligem Acker-land aus.

Das 19. Jh. leitet die allmähliche Öffnung des im Mittelalter stehen gebliebenen Landes ein. Erste Anzeichen des Fortschritts werden erkennbar. Die europäischen Mächte drängten, oft durch ihre Missionare, ins Land. Britische, französische und amerikanische Archäologen begannen, das Land der Bibel zu erforschen; Großbritannien, Frankreich, Russland, Österreich und die USA eröffneten Konsulate in Jerusalem. Dampferschiffe nahmen regelmäßig Verkehr zwischen Israel und Europa auf, Post- und Telegraphenverbindungen wurden eingerichtet und die erste moderne Straße zwischen Jerusalem und Jaffo gebaut. Die Eröffnung des Suezkanals schließlich beschleunigte eine Wiedergeburt des Landes als Umschlagplatz dreier Kontinente.

Die Lage der Juden im Land begann sich langsam zu verbessern, ihre Zahl nahm deutlich zu. Mitte des Jahr-hunderts war Jerusalem so überfüllt, dass der erste jüdische Vorort außerhalb der Stadtmauern entstand (1860); ihm folgt in den nächsten 25 Jahren sieben weitere - der Beginn der heutigen Neustadt. 1880 war die Mehrheit der Stadtbevölkerung jüdisch. Im ganzen Land erwarben Juden Ackerland, neue ländliche Siedlungen entstand, und die jahrhundertelang auf Liturgie und Literatur beschränkte hebräische Sprache begann, neu zu leben. Die Bühne war reif für das Auftreten der Zionistischen Bewegung.

Vom Zionismus inspiriert, machten sich Juden aus Osteuropa in zwei großen Wellen gegen Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jh. auf den Weg nach Israel. Entschlossen, das Land ihrer Väter mit eigenen Händen wieder aufzubauen, machten diese Pioniere unfruchtbare Felder urbar, errichteten neue Siedlungen und legten den Grundstein für eine blühende Landwirtschaft. Die Neuankömmlinge sahen sich den widrigsten Umständen gegenüber: der Feindseligkeit und Willkür der osmanischen Verwaltung, mangelhaften und unsicheren Verkehrswegen und Beförderungsmitteln, Malariasümpfen und jahrhundertelang vernachlässigtem Ackerboden. Der Landerwerb war eingeschränkt, Baugenehmigungen mussten von Istanbul eingeholt werden. Diese Widrigkeiten behinderten zwar die Entwicklung des Landes, konnten sie aber nicht aufhalten. Hatte die jüdische Gemeinschaft zu Beginn des 16. Jh. 5000 Seelen gezählt, so waren es beim Ausbruch des 1. Weltkrieges schon 85000.

Im Dezember 1917 zogen britische Truppen unter General Allenby in Jerusalem ein und setzten der 400-jährigen osmanischen Herrschaft ein Ende. Zur britischen Armee gehörten drei Bataillone der Jewish Legion mit Tausenden jüdischer Freiwilliger.


Zionism Centenary logo

Zionismus, die nationale Befreiungsbewegung des jüdischen Volkes, ist abgeleitet von dem Wort Zion, dem traditionellen Synonym für Jerusalem und das Land Israel. Das Anliegen des Zionismus - die Rückführung des jüdischen Volkes in sein altes Heimatland - wurzelt in der uralten Sehnsucht der Juden nach dem Land Israel, mit dem sie in all den Jahrhunderten der Zerstreuung tief verbunden geblieben waren.

Der politische Zionismus entstand als Reaktion auf die anhaltende Unterdrückung und Verfolgung der Juden in Osteuropa und auf die wachsende Ernüchterung über die Judenemanzipation in Westeuropa, die doch der Diskriminierung kein Ende gesetzt und keine wirkliche Eingliederung der Juden in die Gesellschaft ihrer Gastländer gebracht hatte. Seinen formalen Ausdruck fand er 1897 in der Gründung der Zionistischen Weltorganisation auf dem von Theodor Herzl in Basel einberufenen 1. Zionistischen Weltkongress. Das Programm der Zionistischen Bewegung enthielt ideologische und praktische Elemente und zielte auf die Förderung der Rückkehr der Juden in ihr Land, die soziale, kulturelle, wirtschaftliche und politische Wiederbelebung des jüdischen nationalen Lebens und die Errichtung einer international anerkannten, rechtlich abgesicherten Heimstätte für das jüdische Volk in seiner historischen Heimat, wo Juden frei von Verfolgung ihre Lebensform selbst gestalten können.

 
 

 

Der britische General Allenby Zieht in Jerusalem ein, 1917
 
Britische Herrschaft
(1918-1948)

Im Juli 1922 übertrug der Völkerbund Großbritannien das Palästina-Mandat (unter diesem Namen war das Land damals bekannt). Im Hinblick auf die historische Verbundenheit des jüdischen Volkes mit Palästina wurde Großbritannien aufgefordert, die Gründung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina - Erez Israel (Land Israel) zu unterstützen. Zwei Monate später, im September 1922, beschlossen der Völkerbundsrat und Großbritannien, dass die Bestimmungen für die Einrichtung einer jüdischen Heimstätte nicht für das Gebiet östlich des Jordan gelten sollte, das drei Viertel des Mandatsgebiets umfasste und das schließlich das Haschemitische Königreich Jordanien wurde.

 
 

 

  Einwanderung

Der Zionismus sowie die zeitweilige britische Sympathie mit den jüdisch-zionistischen Bestrebungen, wie Außen-minister Lord Balfour 1917 hervorhob, ermutigten zwischen 1919 und 1939 mehrere Einwanderungswellen nach Israel, die jede ihren besonderen Beitrag zum Aufbau der jüdischen Gemeinschaft leistete. Die etwa 35000 Einwanderer, die zwischen 1919 und 1923 hauptsächlich aus Russland kamen, sollten sie für lange Jahre prägen. Die Pioniere legten den Grundstein für eine umfassende soziale und wirtschaftliche Infrastruktur, entwickelten die Landwirtschaft, gründeten einzigartige Gemeinschaftsformen ländlicher Siedlungen - die Kibbuzim und Moschawim - und stellten Arbeitskräfte zum Bau von Häusern und Straßen.

Die darauf folgende Einwanderungswelle (1924-1932) - ca. 60000 Menschen hauptsächlich aus Polen - kam hauptsächlich den Städten zugute. Die Einwanderer ließen sich vor allem in Tel Aviv, Haifa und Jerusalem nieder, wo sie kleine Betriebe, Baufirmen und Leichtindustrie gründeten. Die letzte große Einwanderungswelle vor dem 2. Weltkrieg setzte in den dreißiger Jahren nach der Machtergreifung Hitlers ein. Die 165000 Neueinwanderer, unter ihnen viele Akademiker und Fachkräfte, bildeten den ersten größeren Einwanderungsstrom aus West- und Mitteleuropa. Mit ihrer Bildung und Berufserfahrung trugen sie wesentlich zur Verbesserung des Wirtschaftslebens, der öffentlichen Einrichtungen in Stadt und Land und des kulturellen Lebens bei.

 
 

 

Fabrikanlage am Toten Meer, 20er Jahre

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  Verwaltung

Die britischen Mandatsbehörden gewährten sowohl Juden als auch Arabern das Recht auf Selbstverwaltung ihrer inneren Angelegenheiten. 1920 wählte die jüdische Gemeinschaft daher ein nach Parteien zusammengesetztes Verwaltungsgremium. Dieses Gremium trat einmal im Jahr zusammen, um aus seiner Arbeit Bilanz zu ziehen und um ein Exekutivorgan, den Nationalrat (Vaad Leumi) zur Zielsetzung und Programmausführung zu wählen. Ein landesweites Netz von Schulen und Krankenhäusern sowie religiösen und sozialen Einrichtungen konnte, finanziert durch Landesmittel und Spenden der jüdischen Gemeinden in der Welt aufgebaut und unterhalten werden. 1922 wurde, wie im Mandatsvertrag vorgesehen, die Jewish Agency als offizielle Vertretung der jüdischen Bevölkerung gegenüber den britischen Behörden, ausländischen Regierungen und internationalen Organisationen gegründet.

Wirtschaftliche Entwicklung

Während der drei Jahrzehnte des britischen Mandats blühte die Landwirtschaft auf, Fabriken wurden gegründet, im ganzen Land wurden neue Straßen gebaut, am Jordan entstanden Wasserkraftwerke, der Mineralienreichtum des Toten Meeres wurde erschlossen. 1920 wurde der Gewerkschaftsbund Histadrut gegründet, um zum Wohl der Arbeiterschaft und zur Schaffung neuer Arbeitsplätze genossenschaftliche Industriebetriebe sowie Vermarktungskanäle für die gemeinschaftlichen Landwirtschaftssiedlungen aufzubauen.

Kultur

Zur Geschichte dieser Zeit gehört auch die stetige Entwicklung eines in der Welt einzigartigen jüdischen Kulturlebens. Kunst-, Musik- und Tanzakademien und -studios wurden gegründet. In Galerien und Festsälen erlebte ein anspruchsvolles Publikum Ausstellungen und Konzerte. Theaterpremieren, Buchneuerscheinungen und Ausstellungen einheimischer Maler wurden prompt in der Presse besprochen und waren Gesprächsthema bei geselligem Beisammensein und in den Kaffeehäusern.

Die hebräische Sprache wurde, neben dem Englischen und dem Arabischen, als eine der drei offiziellen Landessprachen anerkannt und in Dokumenten, auf Münzen und Briefmarken und im Radio benutzt. Das Verlagswesen blühte; das Land wurde zum Zentrum literarischen Schaffens in der hebräischen Sprache. Theater jeder Art zogen ein begeistertes Publikum an, und es gab erste Versuche, Theaterstücke in hebräischer Sprache zu schreiben.

Arabische Opposition und britische Restriktionen

Das nationale jüdische Wiederaufleben und der Wiederaufbau des Landes wurden von Anfang an von extremen arabischen Nationalisten bekämpft. Ihre Feindseligkeit entlud sich 1920, 1921, 1929 und 1936-39 in heftigen Gewalttätigkeiten, bei denen der Verkehr gestört, Felder und Wälder angezündet und ohne erkennbaren Grund Angriffe gegen die jüdische Bevölkerung geführt wurden. Die Versuche der ersten Zionisten, zu einem Dialog mit den Arabern zu kommen, waren erfolglos. Die Polarisierung zwischen Zionismus und arabischem Nationalismus nahm explosive Formen an. In Anbetracht der entgegengesetzten Ziele der beiden nationalen Bewegungen empfahlen die Briten 1937 eine Aufteilung des Landes in einen jüdischen und einen arabischen Staat. Die jüdische Führung akzeptierte den Plan im Grundsatz und ermächtigte die Jewish Agency zu Verhandlungen mit der britischen Regierung zwecks Neufassung einiger Teilaspekte des Vorschlags. Die Araber lehnten den Teilungsplan kategorisch ab.


Drei jüdische Untergrundbewegungen entstanden während der britischen Mandatszeit. Die größte, die 1920 gegründete Haganah, wurde von der jüdischen Gemeinschaft als Bürgerwehr zur Verteidigung und zum Schutz der jüdischen Bevölkerung geschaffen. Ab Mitte der 30er Jahre übte sie auch Vergeltung für arabische Terrorakte und bekämpfte die britischen Beschränkungen der jüdischen Einwanderung mit Massendemonstrationen und Sabotageakten. Die 1931 gegründete Etzel lehnte die freiwillige Zurückhaltung der Haganah ab und führte selbständige Aktionen gegen arabische und britische Ziele durch. Die kleinste und militanteste Gruppe, die 1940 gegründete Lehi, war von einer radikal anti-britischen Einstellung bestimmt. Alle drei Gruppen wurden nach der Gründung der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte im Mai 1948 aufgelöst.

 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Holocaust- Mahnmal Yad Vaschem
 

Die fortgesetzten massiven antijüdischen Unruhen der Araber veranlassten Großbritannien im Mai 1939 zur Herausgabe eines Weißbuches, das die jüdische Einwanderung drastisch beschränkte - was ungezählten europäischen Juden die Tür zur Rettung vor der nationalsozialistischen Verfolgung verschloss. David Ben-Gurion, der später Israels erste Premierminister wurde, erklärte kurz nach Ausbruch des 2. Weltkrieges: Wir werden den Krieg durchkämpfen, als gäbe es kein Weißbuch, und wir werden das Weißbuch bekämpfen, als gäbe es keinen Krieg.

Jüdische Freiwillige im 2. Weltkrieg

Über 26000 Männer und Frauen der jüdischen Gemeinschaft in Israel meldeten sich als Freiwillige zu den britischen Streitkräften, um gemeinsam mit ihnen den Kampf gegen das nationalsozialistische Deutschland und die mit ihm verbündeten Achsenmächte zu führen. Sie dienten im Heer, in der Luftwaffe und der Marine. Nach langen Bemühungen der Jewish Agency in Israel und der Zionistischen Bewegung im Ausland um die Anerkennung der Teilnahme der Juden aus Palästina am Krieg wurde im September 1944 die Jüdische Brigade als unabhängige jüdische Einheit innerhalb der britischen Armee gebildet, mit eigener Flagge und eigenem Emblem. Die Brigade war ca. 5000 Mann stark und wurde in Ägypten, Norditalien und Nordwesteuropa eingesetzt. 1945, nach dem Sieg der Alliierten in Europa, förderten viele ihrer Mitglieder die illegale Einwanderung, um die Überlebenden des Holocausts in das Land Israel zu bringen.


Der Holocaust

Während des 2. Weltkrieges (1939-45) ermordete das nationalsozialistische Regime im Rahmen eines detaillierten Planes zur systematischen und vorsätzlichen Vernichtung des europäischen Judentums ca. 6 Millionen Menschen, darunter 1,5 Millionen Kinder. In den von den Nationalsozialisten besetzten Gebieten Europas wurden die Juden grausam verfolgt, auf jede nur erdenkliche Weise gequält und gedemütigt und in Ghettos zusammengepfercht. Versuche zu bewaffnetem Widerstand wurden mit rücksichtsloser Härte niedergeschlagen. Aus den Ghettos wurden die Juden in Sammellager gebracht, wo nur wenige das Glück hatten, zur Zwangsarbeit eingesetzt zu werden; die meisten wurden durch Massenerschießungen oder in Gaskammern ermordet. Nur wenigen gelang es, zu entkommen. Einige flohen ins Ausland, etliche schlossen sich den Partisanen an und andere wurden von Nichtjuden unter Gefahr für ihr eigenes Leben versteckt. Von den fast 9 Millionen europäischen Juden, die einst die größte und lebendigste jüdische Gemeinschaft der Welt war, überlebte - einschließlich derer, die Europa vor dem Krieg verlassen hatten - nur ein Drittel.

 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bei den Vereinten Nationen wird die israelische Flagge gehisst (1949)
 

Nach dem Krieg verschärften die Briten ihre ohnehin schon restriktive Politik gegenüber der jüdischen Einwanderung und Ansiedlung. Die jüdische Gemeinschaft antwortete mit einer breit angelegten illegalen Einwanderung zur Rettung der Überlebenden des Holocausts. Zwischen 1945 und 1948 wurden etwa 85000 Flüchtlinge und Vertriebene, die den Holocaust überlebt hatten, auf geheimen, oft gefährlichen Wegen ins Land gebracht. Die Briten bekämpften den Zustrom durch eine Seeblockade und Grenzpatrouillen und internierten die von ihnen aufgegriffenen Flüchtlinge in neuen Sammellagern auf Zypern.


Der Weg in die Unabhängigkeit

Außerstande, zwischen den Forderungen der jüdischen und der arabischen Gemeinschaft im Mandatsgebiet zu vermitteln, beantragte die britische Regierung im April 1947, die Palästina-Frage auf die Tagesordnung der Generalversammlung der Vereinten Nationen zu setzen. Daraufhin wurde ein UN-Sonderkomitee mit der Ausarbeitung von Vorschlägen zur Zukunft des Landes beauftragt. Am 29. November 1947 nahm die Generalversammlung die Empfehlung des Komitees zur Teilung des Landes in einen jüdischen und einen arabischen Staat an. Die jüdische Gemeinschaft akzeptierte den Teilungsplan, die Araber lehnten ihn ab.

Unmittelbar nach der UNO-Abstimmung begannen arabische Extremisten im Land, unterstützt durch Freischärler aus arabischen Ländern, mit massiven Übergriffen gegen die jüdische Gemeinschaft, um den Teilungsbeschluss zu Fall zu bringen und die Errichtung eines jüdischen Staates zu vereiteln. Nach anfänglichen Misserfolgen konnten die jüdischen Verteidigungsorganisationen die Angreifer fast überall zurückschlagen und das gesamte Gebiet, das für den jüdischen Staat vorgesehen war, halten.

Am 14. Mai 1948, dem Tag, an dem das britische Palästinamandat endete, lebten etwa 650000 Juden im Land, die eine wohl organisierte Gemeinschaft mit gut funktionierenden politischen, sozialen und wirtschaftlichen Einrichtungen bildeten. Was sie aufgebaut hatten, war in jeder Hinsicht eine Nation, ja ein Staat - es fehlte nur noch der Name.

 
E-mail to a friend
Print the article
Add to my bookmarks
See also
   great rabbis of the muslim empire
   zionism: background
   centenary of zionism
   lexicon of zionism
   map of british mandate
   aliya and absorption
   the redeemers of the land
   from hashomer
   the "righteous among the nations"
   map of partition plan
External links
  yad vashem - holocaust martyrs' and heroes' remembrance authority
  united states holocaust memorial museum
  simon wiesenthal center
  holocaust pictures exhibition
  homeward bound: the time machine 1882-1948
Also available in
  English
  Spanish
  French
  Portuguese
   
 
   
 
     Hebrew     
 
Copyright ©2004 The State of Israel. All rights reserved   Terms of use   Use of cookies