Osteuropa
Seitdem die Länder Mittel- und Osteuropas von der sowjetischen Herrschaft befreit sind, wurden die Beziehungen zu Israel erneuert und insbesondere in den Bereichen Wirtschaft, Kultur, Fremdenverkehr und internationale Zusammenarbeit intensiviert. Viele Länder dieser Region streben die Mitgliedschaft in der Europäischen Union und der NATO an.
Da diese Länder vor dem 2. Weltkrieg das Zentrum der jüdischen Gemeinden weltweit waren, ist die Erinnerung an den Holocaust in den gegenseitigen Beziehungen ein bedeutender Faktor. Erörtert werden Fragen wie etwa die Rückgabe des verstaatlichten öffentlichen und privaten Eigentums von Juden an die Eigentümer oder rechtmäßigen Erben und die Anerkennung der Gerechten unter den Völkern, Nichtjuden, die während der Nazizeit unter Gefahr für ihr eigenes Leben Juden retteten.
Israels Beziehungen zu Russland und der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) gewannen in den letzten Jahren an Bedeutung. Die russische Beteiligung am Nahost-Friedensprozess bestätigt dies. Beziehungen zu den muslimischen Ländern der GUS (Aserbaidschan, Kasachstan, Kirgisistan, Turkmenistan, Usbekistan und Tadschikistan) wurden aufgenommen. Die führenden Politiker einiger dieser Länder besuchten Israel bereits und unterzeichneten Abkommen über die gegenseitige Zusammenarbeit. Hierdurch wurden die Wirtschaftsbeziehungen enger.
Parallel zu den diplomatischen Beziehungen entstehen besondere Beziehungen zwischen osteuropäischen Ländern und Israels großer Gemeinschaft von Neueinwanderern aus ehemals sowjetischen Ländern. Dies führt auch zu einer Erweiterung der Kontakte in kulturellem und wirtschaftlichem Bereich. Gleichzeitig geht die Einwanderung von Juden nach Israel weiter.