In der Abstimmung der UNO-Generalversammlung am 29. November 1947 über die Resolution, die die Errichtung von zwei Staaten, einen jüdischen und einen arabischen, auf dem Gebiet des britischen Palästinamandats vorschlug, stimmten 13 der 20 lateinamerikanischen Mitgliedsstaaten für die Teilung.
Schon bald nach der Erlangung seiner Unabhängigkeit (Mai 1948) nahm Israel enge Beziehungen zu den Ländern Lateinamerikas auf. Heute unterhalten 32 der 33 Länder Süd- und Mittelamerikas und der Karibik volle diplomatische Beziehungen mit Israel.
In den 50er und 60er Jahren wurden die Beziehungen intensiviert - nicht zuletzt durch gemeinsame Programme, in die Israel seine Erfahrungen und Fähigkeiten auf für Lateinamerika wichtigen Gebieten wie Landwirtschaft, Medizin, Genossenschaftswesen und ländliche, regionale und kommunale Entwicklung einbrachte. Tausende von Lateinamerikanern nahmen an Ausbildungsprogrammen in Israel teil. Viele israelische Fachleute arbeiteten in ganz Lateinamerika an Entwicklungsprojekten mit. Dieser Entwicklungsdialog geht ungebrochen weiter und bezieht seit den 70er Jahren auch die neuen unabhängigen Staaten der Karibik ein.
Lokale und internationale Entwicklungen in den 60er und 70er Jahren führten zu einer Schwächung der la-teinamerikanischen Unterstützung Israels, was sich insbesondere in den Vereinten Nationen und ihren Unterorganisationen zeigt. Die bilateralen Beziehungen sind im Allgemeinen freundlich, und gegenseitige Besuche von Staatsoberhäuptern, Ministern, Parlamentsdelegationen, Kirchen- und Gewerkschaftsführern sowie Bürgermeistern sind häufig. Exporte von Israel nach Lateinamerika, hauptsächlich Chemikalien, landwirtschaftliche Produkte, Maschinen und Elektronik und Importe aus Lateinamerika, im Wesentlichen Fleisch, Getreide, Mais, Zucker, Kakao, Kaffee und Metalle, sind im Aufschwung begriffen. Israelische Banken, Baufirmen sowie landwirtschaftliche Planungs- und Entwicklungsgesellschaften sind in Lateinamerika aktiv. Kulturelle und wissenschaftliche Abkommen zur Förderung des Austausches von Künstlern, Studenten und Sportlern sowie von Radio- und Fernsehprogrammen bestehen mit etwa 20 Ländern und werden vom Israelisch-Iberoamerikanischen Kulturinstitut in Jerusalem koordiniert.