Parallel zum Aufbau der diplomatischen und politischen Beziehungen zu Israel schlossen sich die USA einem Waffenembargo anderer westlicher Länder gegen den Nahen Osten an, in der Überzeugung, auf diese Weise die Spannungen in der Region erheblich zu verringern. Nach 1952 bedeuteten die Bemühungen der Eisenhower-Regierung um arabische Unterstützung eines Sicherheitspaktes für den Nahen Osten eine deutliche Abkehr von der Parteinahme für Israel zur Zeit der Truman-Regierung. Ende der 50er Jahre jedoch führte die amerikanische Enttäuschung über den Kurs des ägyptischen Präsidenten Gamal Abdel Nasser zu einer erneuten Annäherung an Israel. Unter Präsident Kennedy wurde schließlich die bisherige Politik bezüglich Waffenlieferungen revidiert und das Waffenembargo aufgehoben.
Zum Ende der Amtszeit Präsident Johnsons (Ende der 60er Jahre) kristallisierte sich die heutige amerikani-sche Position heraus: Unterstützung der Existenzberechtigung Israels innerhalb sicherer und anerkannter Grenzen, die in direkten Gesprächen mit seinen arabischen Nachbarn auszuhandeln sind. Die USA betrachten ein starkes Israel als notwendige Voraussetzung für den Frieden in der Region und bemühen sich deshalb um den Erhalt des qualitativen Vorsprungs Israels vor den arabischen Armeen. Unter den Präsidenten Nixon und Carter setzten sich die USA für die Truppenentflechtungsabkommen zwischen Israel und Ägypten sowie Israel und Syrien (1973-74), die Camp-David Vereinbarungen (1978) und den ägyptisch-israelischen Friedensvertrag (1979) ein.
Während der Amtszeit von Präsident Reagan festigten und konkretisierten sich die Beziehungen weiter. Die bereits bestehende Verbundenheit mündete 1981 und 1988 in Abmachungen, die die Grundlage zur Einrichtung gemeinsamer Planungs- und Beratungsorgane bildeten, die ihrerseits zu praktischen Vereinbarungen im militärischen wie zivilen Bereich führten. Diese Grundlagen der Zusammenarbeit wurden 1988 in einer weitergehenden Abmachung niedergelegt. Die Regierung von Präsident Bush unterstützte Israels Friedensinitiative (1989) und war einer der Schirmherren der Madrider Friedenskonferenz (1991), die zu den Friedensgesprächen in Washington führten.
Die Clinton-Regierung spielt eine Schlüsselrolle beim Friedensprozess im Nahen Osten, indem sie aktiv die Abkommen zwischen Israel und den Palästinensern, Israels Friedensvertrag mit Jordanien, Verhandlungen mit Syrien und die Förderung regionaler Zusammenarbeit einschließlich der Beendigung des arabischen Boykotts unterstützt. Sie verpflichtete sich, den qualitativen Vorsprung Israels vor den arabischen Armeen zu wahren und das Sicherheitsrisiko, das Israel möglicherweise bei seinen Friedensbestrebungen eingeht, so klein wie möglich zu halten. Außerdem trafen die Vereinigten Staaten in letzter Zeit mehrere wichtige Maßnahmen zur Unterstützung Israels im Kampf gegen den Terrorismus.
Die verschiedenen amerikanischen Regierungen bekannten sich wiederholt zu der dauerhaften und sich vertiefenden Freundschaft zwischen Israel und den Vereinigten Staaten. Sie beschrieben die Sicherheit Israels als einen der Grundsätze amerikanischer Außenpolitik, betonten die besonderen Beziehungen zwischen beiden Staaten und sprachen von einer amerikanischen Verpflichtung für Israel. Anfang der 80er Jahre betrachteten die Vereinigten Staaten Israel als strategisch wichtig, 1987 (im Anschluß an im Vorjahr erlassene Gesetze) als wichtigen Verbündeten außerhalb der NATO. Beide im Kongress vertretenen Parteien treten für Israel ein. Unterstützung der jährlichen Militär- und Wirtschaftshilfe, des Friedensprozesses und des israelischen Kampfes gegen Terrorismus sind Zeichen dafür, dass der Kongress für die Freundschaft zwischen den Vereinigten Staaten und Israel einsteht, genau wie das Gesetz von 1995, das Jerusalem als vereinigte Hauptstadt Israels anerkennt und die Eröffnung einer Botschaft der USA in Jerusalem bis Mai 1999 fordert.
Die besonderen Beziehungen bestehen auf wirtschaftlichem, politischem, strategischem und diplomatischem Gebiet. Zur Zeit erhält Israel von den USA jährlich ca. 3 Milliarden Dollar Wirtschafts- und Militärhilfe. Der Handel zwischen beiden Ländern wurde durch das Freihandelsabkommen von 1985 weiter gestärkt. Es gibt immer mehr Joint Ventures amerikanischer und israelischer Industriefirmen. Mehrere Bundesstaaten der USA haben Direktabkommen mit Israel u. a. im kulturellen wie wirtschaftlichen Bereich abgeschlossen.
In internationalen Gremien wie den Vereinten Nationen und ihren Unterorganisationen stehen die USA gewöhnlich an der Seite Israels und wenden antiisraelische Resolutionen ab. Die beiden Länder arbeiten zu beiderseitigem Vorteil auf dem nachrichtendienstlichen Sektor zusammen, ebenso im Kampf gegen den internationalen Terrorismus und den Drogenhandel. Die Freundschaft zwischen den beiden Ländern wird von großen Teilen der amerikanischen Gesellschaft, insbesondere auch der jüdischen Gemeinde Amerikas, unterstützt.