Obwohl der private Verbrauch seit 1950 fast ununterbrochen gestiegen ist, mit einer jährlichen Wachstumsrate von durchschnittlich 3,2% seit 1970 (1995: 4,5%), hatten die Bürger zu allen Zeiten hohe Spareinlagen. Bis in die späten 50er Jahre fiel der durchschnittliche Anteil der privaten Spareinlagen an den verfügbaren privaten Einkommen nie unter 29%. In den frühen 60er Jahren fiel er auf 21%; 1972 stieg er auf 38%, um im folgenden Jahrzehnt wieder auf 34% zu fallen. 1985 sank er dann auf 29% und 1997 auf 23%.
Investitionen
Auch die hohe Sparrate reichte nicht aus, um die von der rasch wachsenden Wirtschaft getätigten riesigen Investitionen (in der Regel 20-30 % aller verfügbaren Mittel) zu tragen. Ein großer Teil der Investitionen wurde daher durch öffentliche und private Kapitaltransfers aus dem Ausland sowie direkt durch die öffentliche Hand (meist die Regierung) finanziert. Das Gesamtvolumen der Bruttoinvestitionen betrug 1997 ca. 21,3 Mrd. Dollar.
Viele in- und ausländische private Investitionen erfolgten auch auf Initiative der israelischen Regierung hin, wie die im Laufe der Jahre erlassenen verschiedenen Fassungen des Gesetzes zur Förderung von Kapitalinvestitionen zeigen. Mit diesem Gesetz konnte die Regierung Investoren durch staatlich subventionierte, zinsgünstige, langfristige Darlehen, direkte Beihilfen (anteilig an den gesamten Investitions-, Forschungs- und Entwicklungskosten) sowie durch Steuerbegünstigungen und Steuerrabatte gewinnen. Diese werden nach dem Nutzen der jeweiligen Investition für die Förderung solcher wirtschaftspolitischen Ziele wie Dezentralisierung der Bevölkerung, Stärkung des Exports usw. vergeben. Diese Hilfen waren möglicherweise dafür verantwortlich, dass im letzten Jahrzehnt das Grundkapital (die Produktionskapazität) schneller wuchs als das Bruttosozialprodukt. Für einige Bereiche bedeutete diese zusätzliche Produktionskapazität eine entscheidende Starthilfe in den 90er Jahren.