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WIRTSCHAFT- Zahlungsbilanz

 
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Zahlungsbilanz
 
   

Der hohe Preis, den Israel für sein Wirtschaftswunder - rasches Wachstum bei gleichzeitiger Bewältigung der vier nationalen Herausforderungen - zahlen muss, ist das ständige Problem des Handelsbilanzdefizits, das sich jedes Jahr aus der Kluft zwischen hohen Importen und wesentlich geringeren Exporten ergibt und wirtschaftliche Abhängigkeit vom Ausland bedeutet. Deshalb war es das Ziel jeder israelischen Regierung, wirtschaftliche Unabhängigkeit zu erreichen, also den Punkt, bei dem Importe voll durch Exporte finanziert werden.

Das Defizit stieg jedoch ständig weiter, von 280 Mio. Dollar im Jahr 1950 auf 11,6 Mrd. Dollar im Jahr 1997. Relativ betrachtet wird das Defizit jedoch ständig kleiner - ein Hinweis auf eine allmähliche Lösung des Problems. So finanzierten 1950 die Exporte lediglich 14% der Importe, 1960 bereits 51% und 1996 sogar 74%. Dank gestiegener Importe konnte eine Erhöhung des BIP und eine Verminderung der Arbeitslosigkeit angestrebt werden; gleichzeitig wurde ein Rückgang der Auslandsverschuldung erzielt.

Handelsbilanz:* 1949-1996
(in Millionen US-Dollar, Tageskurs)

JahrImportExportDefizit
194926343220
1955443139304
1960694352342
1965 1,269749520
1970 2,6571,3741,283
1975 8,0384,0224,016
1980 13,38210,0993,733
1985 15,13811,2233,915
1990 24,21718,8685,349
1993 30,58322,8638,120
1997 44,07232,48411,588
* Handel von Waren und Dienstleistungen


Zusätzlich zur eigenen Produktion benötigte die israelische Wirtschaft im Verlauf ihres ersten halben Jahrhunderts zur Deckung der jährlichen Handelsbilanzdefizite über 135 Milliarden Dollar an ausländischer Wirtschaftshilfe. Fast zwei Drittel dieser Summe wurden durch unilaterale Transfers aufgebracht, also durch von Einwanderern ins Land gebrachte Mittel, durch ausländische Renten, Spenden von jüdischen Organisationen aus aller Welt für Gesundheits-, Sozial- und Bildungseinrichtungen sowie durch Finanzhilfen ausländischer Regierungen, insbesondere der USA. Den Rest stellten Darlehen von Einzelpersonen, Banken und ausländischen Regierungen, die Israel seit Anfang seines Bestehens zurückzahlt. Die Auslandsverschuldung stieg Jahr für Jahr an - bis 1985, als Israel erstmals und von da an, ausgenommen 1991, fortlaufend mehr zurückzahlte, als es an Neudarlehen aufnahm. Der Großteil dieser Auslandsschulden besteht aus Regierungsverbindlichkeiten (an die USA) und hat eine sehr lange Laufzeit.

Nettoauslandsverschuldung: 1954-1996*
(in Millionen US-Dollar, Tageskurs)
Jahrgesamte
Nettoauslands-
verschuldung
1954356
1960543
19702,223
1975 6,286
198011,344
198518,051
199015,122
199718,744
* Passiva insgesamt abzüglich des Gesamtauslandsvermögens

 
 
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