In dem rasch wachsenden industriellen Sektor stiegen die Ausgaben für zivile industrielle F&E in den Jahren zwischen 1969 und 1985 um mehr als das Dreizehnfache, während die Zahl der Wissenschaftler und Ingenieure, die in der F&E tätig waren, sich beinahe verfünffachte.
Charakteristisch für die industrielle F&E in Israel ist eine hohe Konzentration auf den Bereich Elektronik (67 %) sowie die Tatsache, dass die meisten Aktivitäten in einigen wenigen großen Firmen durchgeführt werden. Studien haben gezeigt, dass die Firmen, die am intensivsten F&E betreiben, sich im Laufe der Jahre als die entscheidende Triebfeder für das Wachstum der industriellen Beschäftigung und der Exporte herausstellen.
Auf der Förderung des weiteren Wachstums solcher Unternehmen - sowohl kleiner als auch großer Betriebe - liegt das Hauptaugenmerk der industriellen Strategie Israels. Die Regierung fördert die industrielle F&E im Rahmen des Gesetzes zur Förderung von F&E (Law for the Encouragement of Research and Development), dessen Anwendung dem Wissenschaftlichen Büro des Ministeriums für Industrie- und Handel (Chief Scientist's Office of the Ministry of Trade and Industry) obliegt, das allein 1994 etwa 1270 Projekte in 800 Firmen unterstützte. Man schätzt, dass die forschungsbezogenen Produkte heute mehr als die Hälfte der industriellen Gesamtexporte (ohne Diamanten) ausmachen.
Die Elektronik, die bis in die späten 60er Jahre hinein hauptsächlich auf den Bereich Konsumgüter beschränkt war, hat inzwischen sowohl im militärischen als auch im zivilen Bereich anspruchsvolles technologisches Niveau erreicht. Im Bereich der Kommunikation umfassen die F&E-Anwendungen das Digitalisieren, Herstellen, Senden und Vergrößern von Bildern, Sprache und Daten. Die Produkte reichen von fortschrittlichen Telefonzentralen bis hin zu Durchsagesystemen und Telefonkonferenzsystemen.
Optik, Elektrooptik und Lasertechnologie sind als Industriesektor rasch angewachsen. Israel ist weltweit führend in der Glasfaseroptik, der Entwicklung von elektrooptischen Prüfsystemen für Leiterplatten, Infrarot-Nachtsichtgeräten sowie den auf Elektrooptik basierenden Fertigungssystemen.
Computergesteuerte Geräte - meist im Software- und Peripheriegerätebereich - wurden in Israel weiterentwickelt und werden auch dort produziert. In der Druck- und Verlagsindustrie sind in Israel produzierte Computer-Grafik-Systeme und computerunterstützte Bildverarbeitungssysteme im In- und Ausland weit verbreitet. Für den modernen Schulunterricht wurden verschiedene computergestützte Lehr- und Lernsysteme entwickelt. Die meisten Softwareprodukte sind für kleine oder mittlere Computersysteme wie Computer-Workstations entwickelt; ein geringer Anteil wurde für den Gebrauch von Großrechnern konzipiert.
Die zum ersten Mal in den späten 70er Jahren erforschte Roboterwissenschaft produziert heute Roboter für die verschiedensten Einsatz- und Aufgabenbereiche wie z.B. Diamantschleiferei, Schweißerei, Verpackung, Bau und andere industrielle Einsatzgebiete. Zur Zeit wird der Einsatz von künstlicher Intelligenz in Robotern erforscht.
In der Aeronautik haben die technologischen Entwicklungen im Verteidigungssektor als Nebenprodukte auch Ergebnisse für den zivilen Bereich gebracht. Die Arava war das erste in Israel produzierte Zivilflugzeug, darauf folgte der Westwind-Jet. In den letzten Jahren sind die in Israel konstruierten und entwickelten Satelliten von den Israel Aircraft Industries in Zusammenarbeit mit der Israel Space Agency produziert und in eine Umlaufbahn gebracht worden. Zudem entwickelt, produziert und exportiert Israel verschiedene andere aeronautische Produkte wie Displaysysteme, aeronautische Computer, Instrumentensysteme und Flugsimulatoren.