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Bethlehem: Die Geburtskirche

 
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Die Geburtskirche

 
 

 

 

 

Foto: Z. Radovan

 

 

 

 

 

 

 

Foto: Y. Loeff
 

"Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge."
(Lk. 2,7)

Die heutige Geburtskirche wurde von Kaiser Justinian (527-565) an der Stelle der älteren konstantinischen Basilika des 4. Jahrhunderts errichtet, die in dem Samaritaneraufstand von 529 stark beschädigt worden war. Die Basilika ist der hl. Gottesmutter (Theotokos) geweiht. Die traditionelle Geburtsstätte liegt in einer Grotte unter dem Chor.

In der Zeit des Kreuzfahrerkönigreiches, in der die Kreuzfahrer das gesamte Gebiet um Jerusalem kontrollierten (1099-1187), wurde die Geburtskirche für die Zeremonien der königlichen Investitur genutzt.

Der Grundriß der Kirche entspricht der Form der klassischen Basilika mit einem Narthex, einem Mittel- und vier Seitenschiffen (zwei auf jeder Seite), einem Chor, Querschiffen und Apsis. Die Kirche orientiert sich in Ost-West-Richtung. Apsis und Altarraum liegen im Osten. Eine monumentale Treppenanlage zu beiden Seiten des Chors führt in die Geburtsgrotte hinab.

Pforten in der Südwand der Basilika öffnen den Weg zu den angrenzenden griechischen und armenischen Klöstern; ein Durchgang auf der Nordseite des Kirchenbaus führt in die (römisch-katholische) Franziskanerkirche der hl. Katharina von Alexandrien.

Der Haupteingang der Basilika liegt im Westen. Zwei der ursprünglichen Eingänge des 7. Jahrhunderts sind zugemauert worden. Das Nordportal ist durch Stützpfeiler, das Südportal durch das unmittelbar angrenzende armenische Kloster verborgen. Das verbleibende mittlere Portal ist in seinen Dimensionen mehrmals verringert worden. Der heutige Eingang hat nur eine Höhe von 1,20 m.

Die anderen Teile der Basilika sind in ihrer ursprünglichen architektonischen Form erhalten. Doch von der originalen oder mittelalterlichen Ornamentik ist nur wenig verblieben. Fragmente eines byzantinischen Mosaiks aus dem 12. Jahrhundert sind noch im oberen Teil der Wand des Mittelschiffes zu erkennen. Spuren der Ausstattung der Kreuzfahrer sind an den Säulen sichtbar, die die Schiffe im Haupttrakt der Kirche voneinander trennen. Die oberen Abschnitte dieser Säulen sind mit Darstellungen verschiedener Heiliger der West- und Ostkirchen geschmückt (darunter St. Sabas, St. Euthymius, St. Olaf von Norwegen, St. Knut von Dänemark und St. Cathal von Irland).

Der Dachstuhl der Basilika stammt aus dem 14. Jahrhundert.

Nach der Kreuzfahrerzeit gingen die einzelnen Gebäudeteile der Kirche in den Besitz der griechisch-orthodoxen, der armenisch-orthodoxen und der römisch-katholischen Gemeinschaften über. Rechte, Privilegien und Besitz dieser Gemeinschaften werden durch den Status quo der heiligen Stätten (1852) garantiert, wie er durch den Artikel LXII der Abkommen des Berliner Kongresses (1878) bestätigt wurde.

Der Hauptteil der Basilika, darunter das Kirchenschiff, die Seitenschiffe, das Katholikon (Chor und Altarraum), das südliche Querschiff sowie der Geburtsaltar in der Grotte, befinden sich im Besitz der griechisch-orthodoxen Kirche.

Die armenische Orthodoxie hält die Besitzrechte an dem nördlichen Querschiff und dem dortigen Altar. Sie hat gelegentlich auch den griechisch-orthodoxen Altar in der Grotte genutzt.

Die (römisch-katholischen) Lateiner haben exklusive Besitzrechte auf den Dreikönigsaltar im Bereich der Geburtsgrotte, bekannt als die "Krippengrotte". Den Lateinern gehört auch der Silberstern unter dem angrenzenden Geburtsaltar, auf dem die Inschrift "Hic de Virgine Maria Jesus Christus Natus Est" steht.

Armenier und Lateiner haben Durchgangs- und Prozessionsrechte im Kirchenschiff.

 Bethlehem: Die Stadt
 Die St. Katharinen-Kirche (Katharina von Alexandrien) bei der Geburtskirche

   - Karte von Bethlehem

 
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