Shivta liegt zirka 40 km südwestlich von Be'er Sheva. Einige der heute noch stehenden Gebäude datieren in die Römerzeit. Die meisten wurden allerdings in der byzantinischen Epoche errichtet, als die Einwohner sich intensiv der Landwirtschaft widmeten. Im 4. Jahrhundert wurden in Shivta zwei Kirchen gebaut (im Norden und Süden der Stadt); später im 5. und 6. Jahrhundert wurde im Zuge der Expansion der Stadt eine zentral gelegene Kirche hinzugefügt. Shivta ist während der islamischen Epoche (9.-10. Jh.) zu einem nicht genau bestimmbaren Zeitpunkt als Siedlungsort aufgegeben worden.
Die südliche Kirche wurde zwischen Bauten aus römischer Zeit in der Nähe der Wasserzisternen errichtet. Wegen der gedrängten Bebauung der Gegend hatte die Kirche nur eine Apsis mit einem Raum auf jeder Seite. Im 6. Jahrhundert wurden diese Räume zu zwei kleinen Seitenapsiden mit Wandmalereien umgebaut, von denen Fragmente mit den Darstellungen des Mose und Elija sowie der Verklärung Christi überdauert haben. In der späteren Bauphase wurden mehrere Räume im Norden der Basilika angefügt, darunter Kapellen und ein großes Baptisterium mit einem kreuzförmigen steinernen Taufbecken und ein kleineres, in den Felsen gehauenes Becken für Kindertaufen. Eine Inschrift auf einem Türsturz nennt den Beginn des 5. Jahrhunderts als Bauzeit dieser architektonischen Ergänzungen. Eine weitere Inschrift im Fußboden nennt das Jahr 640.
Die nördliche Kirche gehörte zu einer großen Klosteranlage mit mehreren Höfen und zirka 40 Räumen ganz im Norden der Stadt. Der einzige Zugang zur Kirche erfolgte durch ein ungewöhnlich großes Atrium (21 x 15 m), das eine Öffnung zu einer Zisterne hatte, die darunter in den Felsen geschlagen worden war. Zwischen dem Atrium und der Kirche befindet sich ein Narthex (schmale Binnenvorhalle), die zu dem dreifachen Eingang der Basilika führt. Die Basilika von 12 x 10 m wird durch zwei Reihen von sechs Säulen in ein Haupt- und zwei seitenschiffe gegliedert. Wie in der südlichen Kirche so wurde auch hier die ursprüngliche Apsis mit zwei Räumen auf beiden Seiten im 6. Jahrhundert durch eine dreifache Apsis ersetzt. Nischen in der Rückwand der Seitenapsiden enthielten wahrscheinlich Reliquienschreine. Marmorplatten bedeckten den Fußboden und die unteren Abschnitte der Mauern.
Eine Kapelle mit einer Apsis in der Ostwand stand im Süden der Basilika. Ihr Fußboden ist mit Mosaiken in geometrischen Formen ausgelegt und zeigt eine Inschrift, die auf den Bau der Kapelle in der Zeit des Bischofs Thomas im 5. Jahr der Indiktion (517) weist.
Das Baptisterium mit einem großen steinernen Taufbecken liegt südlich der Kapelle. Es wurde auch als Bestattungsort genutzt und enthält mehrere Grabsteine mit den Namen von Mönchen und Priestern aus den Jahren 612 bis 679.
Die zentrale Kirche war im Zentrum eines neuen Wohnviertels (5.-6. Jh.) im nördlichen Teil von Shivta errichtet worden. Sie hatte ein kleines, enges Atrium, durch das eine Basilika von 18 x 14 m betreten wurde. An der Längsseite verliefen zwei Reihen mit vier Säulen, an der Ostseite der Basilika waren drei Apsiden.