"Salomo begann, das Haus des Herrn in Jerusalem auf dem Berg Morija zu bauen, wo der Herr seinem Vater David erschienen war, an der Stätte, die David bestimmt hatte, auf der Tenne des Jebusiters Arauna."
(2. Chr. 3,1)
"Preis sei ihm, der seinen Diener bei Nacht vom unverletzlichen Platz der Anbetung zum entferntesten Platz der Anbetung geführt hat, dessen Vorhöfe gesegnet seien..."
(Der Koran, Sure al-isra' 17,1)
Der Tempelberg (hebr. har ha-bayit; arab. haram esh-sharif, das "edle Heiligtum") ist die Stätte des Ersten und Zweiten Tempels. Der Ort wird in jüdischer und islamischer Tradition mit dem Gebiet des Berges Morija identifiziert, auf dem Abraham seinen Sohn zum Opfer darbringen sollte (Gen. 22,1-18; Der Koran, Sure al-saffat 37,102-110).
Hier errichtete König Salomo vor nahezu 3.000 Jahren den Ersten Tempel. Dieser Bau wurde von den Babyloniern im Jahre 586 v.d.Z. zerstört. Doch 70 Jahre später kehrten Juden aus dem Exil zurück und bauten an gleicher Stelle den Zweiten Tempel. König Herodes gestaltete die gesamte Anlage dieses Tempels zu einem prächtigen Bauwerk um.
In muslimischer Tradition wird die Stätte auch mit dem "entferntesten Platz der Anbetung" (arab. masjid al-aqsa) identifiziert, von dem der Prophet Mohammed in Begleitung des Engels Gabriel seine nächtliche Reise zu den Thronen Gottes antrat (Der Koran, Sure al-isra' 17,1).
Nach der Zerstörung Jerusalems durch die Römer im Jahre 70 n.d.Z. wurde der Tempelbezirk bewußt in Ruinen belassen (zunächst von den Römern, dann von den Byzantinern). Dieser Entweihung wurde erst nach der muslimischen Eroberung der Stadt durch den Kalifen Omar ibn al-Khattab im Jahre 638 ein Ende bereitet. Er ordnete die Reinigung der Stätte und den Bau eines "Gebetshauses" an.
Zirka 50 Jahre später errichtete der Omajjadenkalif Abd al-Malik den Felsendom, um das zutageliegende Grundgestein zu schützen, das als "die Opferstätte" auf dem Berg Morija gilt. Er (oder sein Sohn, Kalif al-Walid I.) baute auch eine große Moschee am Südrand des Haram, die nach der Bezeichnung des Korans für den gesamten Bezirk den Namen el-aqsa erhielt.
DER FELSENDOM (arab. qubbat al-sakhra) ist eines der prächtigsten Bauwerke islamischer Architektur und das einzige frühislamische Heiligtum, das unversehrt die Wirren der Zeit überlebt hat. Die Gestalt des Baus ist im wesentlichen byzantinisch - doppelte, oktagonale Wandelgänge umgeben den Heiligen Felsen. Der Felsendom ist ein Sakralbau, aber keine Moschee. Er ist die drittheiligste Stätte des Islam nach der Ka'aba in Mekka und der Moschee des Propheten in Medina.
Der Felsendom ist architektonischer Ausdruck des aufsteigenden Islam. Die Glasmosaiken im Inneren der Rotunde und der Kuppel enthalten Darstellungen byzantinischer Kronjuwelen. Eine der verzierten Inschriften besagt, daß Gott Einer und nicht dreifaltig ist; und daß Jesus ein Apostel Gottes und Seines Wortes war, nicht aber Sein Sohn.
Der Sakralbau steht auf oder doch nahe der Stelle, an der sich vermutlich der jüdische Tempel erhob (Gelehrte sind sich nicht einig, ob sich das Allerheiligste oder der Altar über dem freiliegenden Felsen befunden hat). Es wird sogar vermutet, das Tempelgebäude habe 80 Meter weiter nördlich gestanden, an der Stätte des kleineren, aus dem 16. Jahrhundert stammenden Doms der Winde oder Geister (arab. qubbat al-arwah) - genau auf der Ost-West-Achse mit dem heutigen Goldenen Tor.
Das Äußere des Felsendoms wurde verschiedentlich erneuert. Die Kacheln der Außenverkleidung wurden zuletzt 1963 restauriert, die vergoldete Kuppel im Jahre 1994.
DIE EL-AQSA-MOSCHEE am Südende des Tempelbergplateaus wurde zuletzt im Jahre 1035 wiedererrichtet und seither verschiedentlich restauriert - zum letzten Mal in den Jahren 1938-1942; und dann seit 1969, um den umfangreichen Schaden zu beheben, den ein Brand angerichtet hatte, der mutwillig von einem verstörten christlichen Touristen gelegt worden war.
Die Moschee hat die Form einer Basilika mit einem engen Mittelschiff, das von sechs Seitenschiffen flankiert wird (in einer früheren Phase im 8. Jahrhundert waren es noch 14 Seitenschiffe gewesen). Die Dekoration des Mihrab (Gebetsnische) in der Südwand ist ein Geschenk des Sultans Salah al-Din (Saladin). Der Minbar (Kanzel, ebenfalls von Salah al-Din der Moschee gestiftet) mit seiner wunderschönen Intarsienarbeit aus Zedernholz wurde 1969 bei dem erwähnten Brand zerstört.
Eine Treppenanlage vor dem Nordeingang der El-Aqsa-Moschee führt zu einem Gewölbegang und den zugemauerten Huldatoren, die während der Zeit des herodianischen Zweiten Tempels den Zugang zum Tempelareal gewährten.
Während der mameluckischen und osmanischen Periode bis Mitte des 19. Jahrhunderts war der Zutritt zum Haram nur Muslimen gestattet. Die erste bekannte Ausnahme erfolgte auf Anordnung des osmanischen Sultans im Jahre 1862 anläßlich des Besuches des Prinzen von Wales, des späteren Königs Edward VII.
Jerusalem: Die Stadt
Die Todesangstbasilika im Garten Gethsemane (Kirche aller Nationen)
Die Dominus Flevit-Kapelle
Die Grabeskirche
Das Coenaculum auf dem Zionsberg
Die Westmauer
Yad Vashem
- Karte von Jerusalem