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Kapernaum: Die Kirche des Petrus-Hauses

 
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Die Kirche des Petrus-Hauses

 
 

 

 

 

Foto: H. Isachar
 

"Sie verließen die Synagoge und gingen zusammen mit Jakobus und Johannes gleich in das Haus des Simon und Andreas." (Mk. 1,29)

Während archäologischer Ausgrabungen, die in einem Zeitraum von 70 Jahren (zu Beginn des 20. Jhs.) von dem Studium Biblicum Franciscanum (Jerusalem) durchgeführt wurden, konnte ein achteckiger Kirchenbau aus zwei konzentrischen Gebäudeteilen freigelegt werden, der wohl in das 5. Jahrhundert zu datieren ist. Er war über einem älteren, aus einem Raum bestehenden Haus aus dem 1. Jahrhundert n.d.Z. errichtet worden. Der innere achteckige Sakralbau, der ein Netz von Mauerwerk und Pflaster aus Basalt birgt, war entsprechend von einem oktagonalen Gang umgeben, der in seiner Anlage dem Wandelgang in der Rotunde der Grabeskirche in Jerusalem oder dem späteren, ebenfalls achteckigen islamischen Heiligtum auf dem Haram esh-Sharif (Tempelberg) entsprach.

Der unter dem inneren achteckigen Sakralbau liegende Raum hat augenscheinlich zu einer insula (Komplex kleiner, einstöckiger Wohnräume und Höfe) gehört, die wohl seit Ende des 1. Jahrhunderts n.d.Z. öffentlich genutzt wurde, wahrscheinlich als Hauskirche (domus ecclesia) ein als Kirche genutztes Privathaus. Die verputzten Wände des umschlossenen Raums weisen Graffiti in Aramäisch, Griechisch, Altsyrisch und Lateinisch auf. Es finden sich die Wörter "Jesus", "Herr", "Christus" und "Petrus".

Der überbaute Raum gilt als "das Haus des Simon, genannt Petrus", von dem die spanische Pilgerin Egeria berichtet, die den Ort auf ihrer Pilgerreise ins Heilige Land irgendwann zwischen 381 und 384 besucht hat. Sie beschreibt detailliert, wie aus dem Haus "des Fürsten der Apostel, dessen Wände noch immer so stehen, wie sie einst waren", eine Kirche gemacht wurde.

Mitte des 5. Jahrhunderts wurde über diesem Raum die achteckige Kirche errichtet. Hierbei handelte es sich um den Sakralbau, auf den sich der Pilger von Piacenza im 6. Jahrhundert bezog, als er schrieb: "Das Haus des hl. Petrus ist jetzt eine Basilika." Wie die nahegelegene Synagoge so wurde auch die achteckige Kirche im frühen 7. Jahrhundert, vielleicht zur Zeit der persischen Invasion, zerstört.

Die heutige franziskanische Kirche wurde 1990 über der Stätte der insula sacra errichtet, um die archäologischen Funde zu schützen und den Besuchern und Gläubigen einen Blick auf die verschiedenen architektonischen Elemente und Schichten zu ermöglichen.

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   - Karte des Galiläa

 
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