LogoAlt
 
MFADE     2000_2009     2000     Mar     Kapernaum

Kapernaum

 
 KAPERNAUM  |  TABGHA  |  NAZARETH  |  JERUSALEM  |  BETHLEHEM  | 
 LISTE DER SITES  |  KARTEN
 
     

Kapernaum: Die Stätte

 
 

 

 

 

 

Foto: H. Isachar
 

"Als Jesus hörte, daß man Johannes ins Gefängnis geworfen hatte, zog er sich nach Galiläa zurück. Er verließ Nazareth, um in Kapernaum zu wohnen, das am See liegt, im Gebiet von Sebulon und Naftali."
(Matt. 4,12-13)

Die Stätte des antiken Fischerdorfes Kapernaum (hebr. Kfar Nahum, "Nahums Dorf") liegt am Südwestufer des Sees Genezareth (Galiläisches Meer), 2,5 km nordöstlich von Tabgha und zirka 15 km nördlich von Tiberias.

Die Ortschaft wird zum ersten Mal im Neuen Testament erwähnt, wo sie in den Evangelien als Wohnort Jesu während seines Wirkens in Galiläa eine wichtige Rolle spielt. Nach dem Bericht des Neuen Testaments heilte er hier "viele von ihren Krankheiten" und "trieb viele Dämonen aus".

Einige Apostel - Simon (genannt Petrus) und sein Bruder Andreas, Jakobus, der Sohn des Zebedäus, und sein Bruder Johannes - lebten in dem Dorf, und Matthäus (Levi, Sohn des Alphäus) war hier als Zöllner tätig.

Archäologische Zeugnisse weisen darauf hin, daß die Ortschaft zu Beginn der hasmonäischen Dynastie gegründet wurde (die frühesten Münzfunde an der Stätte datieren ins 2. Jahrhundert v.d.Z.). Kapernaum, an der Grenze der Provinz Galiläa, lag an einem Seitenzweig der als Via Maris bekannten Handelsroute. Zur Zeit der Evangelienerzählungen besaß Kapernaum eine Zollstation. Außerdem war in dem Ort eine kleine römische Garnison unter dem Befehl eines Zenturios stationiert.

Kapernaum beteiligte sich nicht an den beiden großen jüdischen Aufständen gegen Rom. Zeitgenössische jüdische Schriften nennen Kfar Nahum als eine der vier Ortschaften, in denen minim (hebr. "Anhänger einer Sekte") unter der Bevölkerung lebten. Dies könnte sich auf eine der kleinen judenchristlichen Gruppen beziehen, die gegen Ende des 1. Jahrhunderts von der Teilnahme am Synagogengottesdienst ausgeschlossen wurden, als der "Spruch über die minim" in die "Achtzehnbitten" des täglichen Gebets aufgenommen wurde.

Das Dorf wurde durch ein Erdbeben im Jahre 746 schwer beschädigt und in einiger Entfernung im Nordosten der ursprünglichen Ansiedlung wiederaufgebaut (im Gebiet der heutigen griechisch-orthodoxen Kirche). Doch von der nachfolgenden Geschichte, dem Niedergang und letztlich der Aufgabe der Siedlung irgendwann im 11. Jahrhundert ist wenig bekannt. Trotz der Bedeutung Kapernaums für das Wirken Jesu gibt es keine Anzeichen für eine Bautätigkeit an dem Ort während der Kreuzfahrerzeit. Ein Reisender des 13. Jahrhunderts hat hier nur die Hütten sieben armer Fischer vorgefunden.

Die Stätte wurde 1838 von dem amerikanischen Bibel-Geographen Dr. Edward Robinson "wiederentdeckt". 1866 identifizierte der britische Forschungsreisende Charles W. Wilson die Ruinen der Synagoge. Die Franziskanische Kustodie des Heiligen Landes erwarb 1894 einen Teil der antiken Stätte. Die wesentlichen Ausgrabungen wurden dann von den Franziskanern zwischen 1968 und 1984 durchgeführt. (Ausgrabungen auf dem angrenzenden griechisch-orthodoxen Gelände fanden zwischen 1978 und 1982 statt.)

 Die Kirche des Petrus-Hauses
 Die griechisch-orthodoxe Kirche der Sieben Apostel
 Die Synagoge

   - Karte des Galiläa

 
 
E-mail to a friend
Print the article
Add to my bookmarks
Also available in
  English
  Spanish
  French
  Portuguese
   
 
   
 
     Hebrew     
 
Copyright ©2004 The State of Israel. All rights reserved   Terms of use   Use of cookies