Innerhalb seiner Grenzen und Waffenstillstandslinien bedeckt Israel, einschließlich der Gebiete unter palästinensischer Selbstverwaltung, ein Gebiet von 27800 km2. Seine Form ist lang und schmal: Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt etwa 470 km, an der breitesten Stelle ist das Land nur 135 km breit. Es wird im Norden vom Libanon, im Nordosten von Syrien, im Osten von Jordanien, im Südwesten von Ägypten und im Westen vom Mittelmeer begrenzt.
Berge und Ebenen, fruchtbare Felder und Wüsten sind oft nur Minuten voneinander entfernt. In der Breite kann das Land vom Mittelmeer im Westen bis zum Toten Meer im Osten mit dem Auto in nur 90 Minuten durchquert werden; die Fahrt von Metula im äußersten Norden bis Eilat an der Südspitze dauert etwa neun Stunden.
Israel kann in vier geographische Zonen unterteilt werden, von denen drei parallel von Norden nach Süden verlaufen; die vierte ist das große Trockengebiet in der Südhälfte des Landes.
Die Küstenebene verläuft parallel zum Mittelmeer und besteht aus einem schmalen Sandstrand, der in einen bis zu 40 km breiten Streifen fruchtbaren Farmlandes übergeht. Den Sandstrand unterbrechen im Norden gelegentlich zerklüftete Kalk- und Sandsteinklippen. Die Küstenebene mit ihren städtischen Ballungsgebieten und Tiefseehäfen beherbergt mehr als die Hälfte der 5,8 Millionen Einwohner Israels. Hier sind ein Großteil der Industrie- und Landwirtschaftsbetriebe sowie Fremdenverkehrseinrichtungen angesiedelt.
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Mehrere Bergzüge durchziehen das Land von Norden nach Süden. Im Nordosten überragen die in ferner Vergangenheit durch Vulkanausbrüche entstandenen Basaltfelsen der Golanhöhen das Hule-Tal. Das Bergland von Galiläa, überwiegend aus Kalkstein und Dolomit bestehend, steigt auf 500-1200 m über dem Meeresspiegel an. Kleine, beständig Wasser führende Flüsse und relativ üppiger Niederschlag machen dieses Gebiet zur ganzjährig grünen Region. Die Bewohner Galiläas und des Golan (ca. 17% der Bevölkerung) arbeiten in der Landwirtschaft, dem Fremdenverkehr und der Leichtindustrie.
Die Jesreel-Ebene, die zwischen den Bergen Galiläas und Samarias liegt, ist die Kornkammer des Landes. Hier haben sich viele genossenschaftliche Landwirtschaftsbetriebe (Kibbuzim und Moschawim) niedergelassen. Die sanften Hügel von Samaria und Judäa - ein Mosaik felsiger Kuppen und fruchtbarer Täler - sind übersät mit uralten silbergrünen Olivenhainen. Die terrassierten Hänge, die bereits von Bauern im Altertum angelegt wurden, fügen sich harmonisch in die Landschaft ein. Die Bevölkerung lebt hauptsächlich in Kleinstädten und größeren Dörfern.
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Der Negev umfasst etwa die Hälfte der Gesamtfläche Israels, beherbergt jedoch nur 8% der Bevölkerung, die überwiegend im industriell und landwirtschaftlich erschlossenen nördlichen Teil lebt. Weiter südlich wird der Negev zu einer Halbwüste mit niedrigen Sandsteinhügeln und Ebenen, durchzogen von zahllosen Schluchten und Wadis (trockenen Flußbetten, in denen Winterregen oft zu Sturzfluten führen) Weiter südlich geht das Gebiet in eine Berglandschaft mit nackten, schroffen Felsformationen, Kratern und geröllübersäten Hochebenen über. Das Klima wird trockener, die Berge sind höher. Drei Erosionskrater, der größte etwa 8 km breit und 35 km lang, bilden tiefe Kerben in der Erdkruste und lassen vielfältigste Farben und Gesteinsarten sichtbar werden. An der Südspitze der Negev, bei Eilat, glühen schroffe Berggipfel aus grauem und rotem Granit, ausgedorrte Schluchten und jähe Felswände mit bunten Sandsteinschichten unter sengender Sonne.
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Das Jordan-Tal und die Arava, die das Land im Osten der Länge nach durchziehen, sind Teil des syrisch-afrikanischen Grabenbruchs, der im Lauf der Erdgeschichte die Erdkruste aufriss. Im Norden ist diese Senke äußerst fruchtbar, im Süden herrscht Halbwüste vor. Die Haupteinnahmequellen der Region sind Landwirtschaft, Fischerei, Leichtindustrie und Fremdenverkehr.
Der Jordan durchfließt den Graben von Norden nach Süden und legt dabei auf seiner Länge von etwa 300 km ein Gefälle von 700 m zurück. Aus Quellflüssen vom Berg Hermon gespeist, fließt er durch das fruchtbare Hule-Tal in den See Genezareth, windet sich anschließend durch das Jordan-Tal und mündet schließlich ins Tote Meer. Der Fluss ist vorwiegend schmal und seicht und schwillt nur in der winterlichen Regenzeit an.
Der 8 km breite und 21 km lange See Genezareth liegt 212 m unter dem Meeresspiegel zwischen den Bergen Galiläas und den Golanhöhen. Er ist der größte Süßwassersee des Landes und dient als Hauptwasserreservoir. An seinem Ufer liegen bedeutende historische und religiöse Stätten, landwirtschaftliche Siedlungen, Fischereiunterneh-men und Einrichtungen für den Tourismus.
Die Arava, Israels Savannengebiet, erstreckt sich südlich des Toten Meeres bis zum Golf von Eilat, Israels Tor zum Roten Meer. Trotz geringer Niederschläge von weniger als 25 mm2 pro Jahr und Sommertemperaturen von 40C werden heute dank hochentwickelter Anbautechniken Obst und Gemüse außerhalb der eigentlichen Saison (vornehmlich für den Export) angebaut. An der Südspitze der Arava liegt das tiefblaue Wasser des subtropischen Golfs von Eilat, das wegen seiner Korallenriffe und seiner exotischen Unterwasserwelt berühmt ist.