WIRTSCHAFT- Wirtschaftssektoren
Israel Ministry of Foreign Affairs
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 WIRTSCHAFT- Wirtschaftssektoren

1/3/2002

 
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Wirtschaftssektoren
 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
Hauptwirtschaftsindikatoren nach Branchen (1997)
(prozentualer Anteil)
Branche Brutto- sozial- produckt Arbeit- nehmer Exporte Investi- tionen
Industrie 17 21 60 38
Landwirtschaft 2 3 2 2
Baugewerbe 7 11 - 32
Verkehrs- und Nachrichtenwesen 8 7 2 31
Handel, Dienstleistungen 32 31 36 14
Öffentliche Dienstleistungen 34 27 - 13

Quelle: Bank of Israel, Jahresbericht 1997.


 

Landwirtschaft

Die Geschichte der israelischen Landwirtschaft ist die Chronik eines langen, harten, aber erfolgreichen Ringens mit Wasserknappheit, unfruchtbaren Böden und widrigsten Umständen. Als die Juden Ende des 19. Jh. mit der Wiederbesiedlung ihrer alten Heimat begannen, galten ihre ersten Anstrengungen der erneuten Urbarmachung des öde gewordenen Landes.

Seit der Unabhängigkeit Israels 1948 vergrößerte sich die landwirtschaftliche Gesamtanbaufläche um das 2,6fache auf etwa 445000 Hektar; die künstlich bewässerten Flächen erweiterten sich um das 8fache auf ca. 243000 Hektar. Dieses Wachstum kam in den 80er Jahren wegen zunehmenden Wassermangels und des fortschreitenden Verstädterungsprozesses zum Stillstand. Im selben Zeitraum stieg die Zahl der landwirtschaftlichen Siedlungen von 400 auf 750; gleichzeitig sank jedoch aufgrund der Bevölkerungszunahme in den Städten der prozentuale Anteil der in diesen Dörfern lebenden Menschen an der Gesamtbevölkerung von 12% auf weniger als 5%.

Israel deckt heute den größten Teil seines Lebensmittelbedarfs aus eigener Produktion; dazu kommen Importe (vor allem Getreide, Ölfrüchte, Fleisch, Kaffee, Kakao und Zucker), die jedoch durch die landwirtschaftlichen Exporte mehr als finanziert werden. Die israelische Landwirtschaft produziert insbesondere Molkerei- und Geflügelerzeugnisse sowie ein vielfältiges Angebot an Blumen, Obst und Gemüse. Während der Wintermonate ist Israel das Gewächshaus Europas und exportiert langstielige Rosen, Nelken, Melonen, Tomaten, Gurken, Paprika, Erdbeeren, Kiwis, Mangos, Avocados und ein breites Angebot an Zitrusfrüchten.

Das Erfolgsgeheimnis der israelischen Landwirtschaft liegt in der engen Zusammenarbeit zwischen Bauern und von der Regierung bezahlten Forschern bei der Entwicklung und Anwendung fortschrittlicher Methoden, technischer Neuerungen, neuer Bewässerungstechniken und hochmoderner Geräte in allen Bereichen der Landwirtschaft.

Zwischen 1950 und 1997 fiel der Anteil der landwirtschaftlichen Produktion am Bruttosozialprodukt von 11 auf 1,8%, der Anteil der landwirtschaftlichen Exporte am Gesamtexport von 60% auf 2,5%, obwohl gleichzeitig die landwirtschaftlichen Exporte in absoluten Zahlen von 20 Millionen auf 806 Millionen Dollar (1997) stiegen - u.a. ein Ergebnis der weitreichenden Einführung hochmoderner landwirtschaftlicher Methoden und eines exportorientierten Landbaus.

 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  Industrie

Der dynamische und breit gefächerte industrielle Sektor des heutigen Israel entwickelte sich aus Kleinbetrieben, die vor hundert Jahren zur Herstellung landwirtschaftlicher Geräte und Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte eingerichtet wurden. Anreize zum Aufbau einer eigenen Industrie gab der 2. Weltkrieg, als die alliierten Streitkräfte in der Region Versorgungsgüter - vor allem Kleidung und Konserven - benötigten. Die eigentliche Entwicklung der modernen Industrie begann jedoch erst Anfang der 60er Jahre, da im ersten Jahrzehnt nach der Staatsgründung der Ausbau der Landwirtschaft und der Aufbau der Infrastruktur im Vordergrund standen.

Angesichts der hoch qualifizierten Arbeitskräfte des Landes und eines Mangels an Rohstoffen konzentriert sich die israelische Industrie vor allem auf Industriegüter mit hohem Mehrwert, die das wissenschaftliche Kreativitäts- und technologische Innovationspotential des Landes nutzbar machen. Bis in die 70er Jahre machten traditionelle Industriezweige wie Lebensmittelverarbeitung, Textilien und Mode, Möbel, Dünger, Pestizide, Pharmazeutika, Chemikalien sowie Gummi-, Kunststoff- und Metallerzeugnisse den größten Teil der Industrieproduktion des Landes aus. Im Laufe der beiden letzten Jahrzehnte machte sich die israelische Industrie auf den Gebieten medizinische Elektronik, Agrartechnologie, Telekommunikation, Feinchemikalien, Computerhardware und -software sowie Diamantenschneiden und -schleifen einen internationalen Namen. Die höchsten Wachstumsraten verzeichnet der kapitalintensive Hochtechnologie-Sektor, der neben hoch qualifiziertem Personal und hoch entwickelten Produktionstechniken erhebliche Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen erfordert. 1997 erzielten etwa 19000 Industriebetriebe mit mehr als 417000 Arbeitnehmern (davon 14% mit Hochschulausbildung) eine Produktionsleistung von 55 Mrd. Dollar; 38% davon wurden exportiert. Anders als in hoch entwickelten Volkswirtschaften, in denen die Zahl der Arbeitsplätze in der Industrie in den 90er Jahren gleichblieb oder sank (außer Japan, das einen Zuwachs von 2,4% verzeichnete), wuchs in Israel die Zahl der Arbeitsplätze um 16,8%.

Von 1990-1996 hatte Israel unter den westlichen Volkswirtschaften die zweithöchste Wachstumsrate der Industrieproduktion (Korea verzeichnete 34,5%). Industrieinvestitionen beliefen sich 1997 auf 5,5 Mrd. Dollar. Die höchsten Wachstumsraten wiesen die Hochtechnologie-Sektoren auf, deren Erzeugnisse 1965 - 37%, 1985 -58% und in jüngster Zeit 65% der industriellen Produktion ausmachen. Fast die Hälfte der Hochtechnologie-Produktion wird exportiert (sie stellt 80% der gesamten Industrieexporte), wogegen die mehr traditionellen, technisch weniger entwickelten Industriezweige nur ca. 39% ihrer Produktion exportieren. Über 90% der 1997 für Forschung und Entwicklung ausgegebenen 815 Millionen Dollar wurden von Hochtechnologie-Firmen zur Verfügung gestellt.

Israels Diamantenindustrie exportierte 1997 für über 5,7 Mrd. Dollar. Sie erzeugt ca. 80% der Weltproduktion an kleinen geschliffenen Steinen und damit die meisten für Schmuck verwendeten Edelsteine. In Israel werden auch 40% aller Diamanten jeder Größe und Form geschliffen. Damit ist Israel in Produktion wie in Vermarktung der Weltführer im Diamantenschleifen.

 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  Baugewerbe

In den ersten Jahren des Staates betrug der Anteil des Wohnungsbaus 84% der gesamten Produktion des Baugewerbes. Später sank er auf 70-75% und kletterte erst 1991 wieder auf 86%, um die Bedürfnisse einer neuen Einwandererwelle zu decken. Dementsprechend stieg die Gesamtproduktion im Baubereich 1990-1991 steil an. Die Zahl der jährlich fertiggestellten Wohneinheiten schwankte seither zwischen 33000 und 83000 und belief sich 1997 auf 60000. Das Baugewerbe, das einst ein führender Wirtschaftszweig und die Messlatte für die Wirtschaft war, machte 1997 nur 7,3% des Bruttosozialproduktes aus, verglichen mit 30% im Jahr 1950.

Während anfangs fast die gesamte Bautätigkeit das Ergebnis von Initiativen und Investitionen des Staates war, sank der Anteil der öffentlichen Hand zwischen 1958 und 1989 allmählich von 67 auf 16%. Dann stieg er jedoch wieder auf 74% (1991), als der private Sektor den plötzlichen Bedarf Hunderttausender Neueinwanderer nicht decken konnte. 1997 betrug der Anteil der öffentlichen Hand 34%.

Verkehrs- und Nachrichtenwesen

Der Verkehrs- und Nachrichtensektor stellt ca. 8% des Bruttosozialprodukts sowie 10% der Exporte von Waren und Dienstleistungen und beschäftigt 7% der Arbeitskräfte des Landes. 28% seiner Leistungen liegen im Landverkehr, 22% in Luft- und Schifffahrt, 43% im Bereich Kommunikation und der Rest in verschiedenen Dienstleistungen einschließlich Lagerung und Parken. Seit den frühen 50er Jahren hat sich die Gesamttonnage der israelischen Handelsflotte mehr als verzehnfacht; die Fluggesellschaften befördern mehr als 100mal soviel Passagiere. Im selben Zeitraum hat sich das Straßennetz verdoppelt, die Zahl der Busse mehr als verdreifacht und die Zahl der Lastwagen verzehnfacht.

Fremdenverkehr

1995 kamen ca. 2,53 Millionen Besucher ins Land, verglichen mit 33000 im Jahr 1950, 118000 im Jahr 1960, 441000 im Jahr 1970, 1,18 Millionen 1980 und 1,34 Millionen 1990. Angelockt werden sie von Israels geographischer Vielfalt, seinen archäologischen und religiösen Stätten, dem fast uneingeschränkten Sonnenschein und den modernen Urlauberparadiesen am Mittelmeer, am See Genezareth, am Roten Meer und am Toten Meer. Fast 90% der Touristen kommen aus Europa sowie Nord- und Südamerika, der Rest aus der übrigen Welt, darunter auch Besucher aus arabischen Ländern.

Der Fremdenverkehr ist die Hauptdevisenquelle (1997: $ 2,3 Mrd.); er steuert 3% zum Bruttosozialprodukt bei und macht 8% der gesamten Exporte aus; mit einem Mehrwert von 85% nimmt er dabei den Spitzenplatz unter den Exportindustrien des Landes ein. Die Zahl der direkt im Fremdenverkehr Beschäftigten beträgt 50000. Mit seinem großen Wachstumspotential verspricht der Fremdenverkehr eine wichtige Kraft bei den wirtschaftspolitischen Bemühungen zum Abbau des Zahlungsbilanzdefizits zu werden.

 
 
 
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