Landwirtschaft
Die Geschichte der israelischen Landwirtschaft ist die Chronik eines langen, harten, aber erfolgreichen Ringens mit Wasserknappheit, unfruchtbaren Böden und widrigsten Umständen. Als die Juden Ende des 19. Jh. mit der Wiederbesiedlung ihrer alten Heimat begannen, galten ihre ersten Anstrengungen der erneuten Urbarmachung des öde gewordenen Landes.
Seit der Unabhängigkeit Israels 1948 vergrößerte sich die landwirtschaftliche Gesamtanbaufläche um das 2,6fache auf etwa 445000 Hektar; die künstlich bewässerten Flächen erweiterten sich um das 8fache auf ca. 243000 Hektar. Dieses Wachstum kam in den 80er Jahren wegen zunehmenden Wassermangels und des fortschreitenden Verstädterungsprozesses zum Stillstand. Im selben Zeitraum stieg die Zahl der landwirtschaftlichen Siedlungen von 400 auf 750; gleichzeitig sank jedoch aufgrund der Bevölkerungszunahme in den Städten der prozentuale Anteil der in diesen Dörfern lebenden Menschen an der Gesamtbevölkerung von 12% auf weniger als 5%.
Israel deckt heute den größten Teil seines Lebensmittelbedarfs aus eigener Produktion; dazu kommen Importe (vor allem Getreide, Ölfrüchte, Fleisch, Kaffee, Kakao und Zucker), die jedoch durch die landwirtschaftlichen Exporte mehr als finanziert werden. Die israelische Landwirtschaft produziert insbesondere Molkerei- und Geflügelerzeugnisse sowie ein vielfältiges Angebot an Blumen, Obst und Gemüse. Während der Wintermonate ist Israel das Gewächshaus Europas und exportiert langstielige Rosen, Nelken, Melonen, Tomaten, Gurken, Paprika, Erdbeeren, Kiwis, Mangos, Avocados und ein breites Angebot an Zitrusfrüchten.
Das Erfolgsgeheimnis der israelischen Landwirtschaft liegt in der engen Zusammenarbeit zwischen Bauern und von der Regierung bezahlten Forschern bei der Entwicklung und Anwendung fortschrittlicher Methoden, technischer Neuerungen, neuer Bewässerungstechniken und hochmoderner Geräte in allen Bereichen der Landwirtschaft.
Zwischen 1950 und 1997 fiel der Anteil der landwirtschaftlichen Produktion am Bruttosozialprodukt von 11 auf 1,8%, der Anteil der landwirtschaftlichen Exporte am Gesamtexport von 60% auf 2,5%, obwohl gleichzeitig die landwirtschaftlichen Exporte in absoluten Zahlen von 20 Millionen auf 806 Millionen Dollar (1997) stiegen - u.a. ein Ergebnis der weitreichenden Einführung hochmoderner landwirtschaftlicher Methoden und eines exportorientierten Landbaus.