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Fokus Israel: Jerusalem - Christliche Architektur im Laufe der Zeiten |
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Jerusalem Christliche Architektur im Laufe der Zeiten Januar 2000
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Yishai Eldar Yishai Eldar ist der ehemalige Herausgeber von Christliches Leben in Israel
Eine historische Betrachtung der christlichen Architektur in Jerusalem ist zugleich eine Studie von Kontinuität und Überleben gegen den Lauf der Zeit, gegen Krieg und Schisma, Erdbeben und Feuer. Sie ist auch eine Studie des beständigen Einflusses von Gebräuchen und etablierten Traditionen auf Stil, Design und Ornamentierung.
Viele der Kirchen, Klöster, Konvente und Kapellen stehen an Stätten, die mit Leben und Wirken Jesu von Nazareth und seiner Jünger assoziiert werden und mit den frühen Jahren des Christentums in Verbindung stehen. In späteren Jahrhunderten wurde die Ausstattung dieser Bauwerke ebenso stark von den religiösen Traditionen der einzelnen christlichen Gemeinschaften wie von der Bauweise und dem Stil der jeweiligen Epochen bestimmt, in denen sie errichtet wurden. Unterschiede in den religiösen Traditionen kamen in der Gestaltung des heiligen Raums zum Tragen. Mit anderen Worten: Die Kirchen des Westens neigten zu einem offenen Hochaltar, während die Kirchen des Ostens den Altar hinter einer Ikonostase plazierten, einer Bilderwand, die das innerste Heiligtum vom Rest der Kirche trennt.
Bauen in Jerusalem - das war auch der wiederholte Gebrauch alter Säulen, Steine und architektonischer Elemente. Bearbeitete Steine aus herodianischer, ja sogar aus hasmonäischer Zeit können in Gebäuden der byzantinischen oder frühislamischen Epoche und der Kreuzfahrerzeit wiedergefunden werden; ein in Stein gemeißeltes Rosettenfenster aus einer Kreuzfahrerkirche ist in den osmanischen Brunnen aus dem 16. Jahrhundert gegenüber dem Bab al-Silsila (Kettentor) am Eingang zum Haram esh-Sharif (Tempelberg) eingefügt.
Die frühesten Bauten, die von Christen in Jerusalem als Wohn- und Gebetsstätten genutzt wurden, waren vermutlich im zeitgenössischen herodianischen und römischen Stil errichtet worden. Obwohl kein als eindeutig christlich identifizierbarer Bau aus beiden Epochen existiert, kann man einen Eindruck vom architektonischen Charakter der Umwelt, in der Jesus und seine Jünger lebten, bekommen, wenn man die Überreste zweier Jerusalemer Gebäude besucht, die von den Römern im Jahre 70 n.d.Z. zerstört wurden: es handelt sich um das sog. verbrannte Haus im Jüdischen Viertel und die Räume mit Tonnengewölben, die während archäologischer Ausgrabungen nahe der armenisch-orthodoxen Kirche des hl. Erlösers auf dem Zionsberg entdeckt wurden.
Römisch-byzantinische Zeit (70 - 638)
Nahezu die gesamte frühchristliche Architektur lehnte sich stark an die römische Bauweise an, und zwar unabhängig von der regionalen Kultur der einzelnen Gemeinden. Die prinzipiellen Merkmale römischer Architektur waren Bogen und Gewölbe, wie sie in der Struktur der Kuppeldächer zum Ausdruck kamen. Die Byzantiner entwickelten diese Elemente in der Konstruktion gewaltiger Kuppelbauten wie der Hagia Sophia in Konstantinopel weiter.
Die grundsätzliche Gestalt früher christlicher Kirchenbauten entsprach der Form der Basilika, also des großen, gewöhnlich rechteckigen Saalbaus, der von den Römern für öffentliche Versammlungen genutzt wurde. Der Eingang zu derartigen Kirchen erfolgte oft durch einen großen, von Säulen umstandenen Hof, das Atrium, und eine als Narthex bezeichnete Binnenvorhalle. Die Kirche selbst hatte dann die Form eines "T". Der vertikale Teil bestand aus einem Hauptschiff, das meistens von zwei oder mehr Seitenschiffen flankiert wurde. Eine vertiefte, halbkreisförmige und von einer Halbkuppel überdachte Apsis (üblicherweise in der nach Osten ausgerichteten Mauerwand der Kirche) diente zur Aufnahme des Hauptaltars. Derartige Kirchen wiesen bisweilen zwei weitere Querschiffe (Transepte) auf, die dem Querbalken des "T" entsprechen. |
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Die Grabeskirche Y. Loeff |
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In Gestalt einer Basilika wurde im 4. Jahrhundert auch die Grabeskirche errichtet, die ursprünglich fünf architektonische Grundeinheiten besaß: eine Rotunde über der Stätte des Grabes; eine Kapelle über dem Felsen Golgatha, dem Ort der Kreuzigung; ein Innenhof; eine große, fünfschiffige Basilika mit Apsis und Altar am westlichen, auf das Grab ausgerichteten Ende; und ein Atrium am Osteingang, durch den vom Cardo Maximus, der vom heutigen Damaskustor nach Süden verlaufenden Hauptkolonnadenstraße, die Gesamtanlage der Grabeskirche betreten wurde. (Ein teilweise restaurierter Abschnitt der byzantinischen Erweiterung des Cardo ist heute im Jüdischen Viertel der Jerusalemer Altstadt zu sehen.)
Die heutige Grabeskirche läßt nur noch wenig von dem ursprünglichen byzantinischen Bau erahnen. Die Kirche wurde 614 von den Persern geplündert und niedergebrannt, dann teilweise von dem Patriarchen Modestos wiederaufgebaut, bei einem Erdbeben 808 schwer beschädigt und schließlich 1009 auf Befehl des Kalifen al-Hakim aus der Dynastie der Fatamiden zerstört. Eine Sektion der Kirche ließ der byzantinische Kaiser Konstantin Monomachus im Jahre 1048 neu aufbauen. Doch die meisten Trakte des gegenwärtigen Kirchenaus sind Ergebnisse von Neubau und Rekonstruktion der Anlage unter den Kreuzfahrernim 12. Jahrhundert sowie späterer Renovierungen (die jüngsten Restaurierungsarbeiten begannen 1959). Die Baumeister der Kreuzfahrer gliederten die Überreste der ursprünglichen byzantinischen Bausubstanz im Bereich der Rotunde, der Golgatha-Kapelle und des Innenhofes in ihre Kirche ein. (Die heutigen Säulen und Pfeiler der Rotunde entsprechen in Form und Gestalt annähernd der Anlage des Originalbaus aus dem 4. Jahrhundert, sind jedoch nur halb so hoch.) Basilika und Atrium wurden niemals wiederaufgebaut. Ein Teil des Osteinganges am Cardo Maximus kann allerdings heute noch im nahegelegenen russisch-orthodoxen Hospiz in der al-Dabbaghin-Straße betrachtet werden.
Rekonstruktion der ursprünglichen byzantinischen Kirche (nach Corbo)
Nach den Zeiten der Kreuzfahrer fielen Bezirk und Bau der Grabeskirche in den Besitz der drei großen Denominationen - der griechisch-orthodoxen, der armenisch-orthodoxen und der römisch-katholischen (lateinischen) -, deren Besitz- und Nutzrechte von dem Status quo der heiligen Stätten geschützt werden, wie er durch den Artikel LXII des Abkommens des Berliner Kongresses (1878) garantiert wird. Die einzelnen Kapellen und Altäre innerhalb des Kirchenbaus sind in Entsprechung zu Gebräuchen und Riten der religiösen Gemeinschaft, in deren Besitz sie sich jeweils befinden, ausgestattet und geschmückt. |
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Der Grabpavillon in der Grabeskirche Mit Genehmigung von Ariel |
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Die koptische Orthodoxie Ägyptens, die äthiopische Orthodoxie und die syrische Orthodoxie haben ebenfalls gewisse Rechte und kleineren Besitz innerhalb der Grabeskirche. Die koptische Kapelle an der Westseite des Grabpavillons birgt unter ihrem Altar ein Felsenfragment aus einem früheren Grabmal. Die syrische Orthodoxie hat eine Kapelle hinter der Westseite der Rotunde, in der Teile der Außenmauer aus dem 4. Jahrhundert zu sehen sind. Die äthiopische Orthodoxie besitzt ein Kloster auf dem Dach der armenischen St. Helena-Kapelle inmitten der Ruinen von Kreuzgang und Refektorium der Kreuzfahrer aus dem 12. Jahrhundert.
Eine übliche und leicht erkennbare byzantinische Bauweise war die Mauerkonstruktion mittels wechselnder Schichten von Felsen und Ziegelsteinen. Dies ist an verschiedenen Stellen in der Grabeskirche noch sichtbar: in der griechisch-orthodoxen Adamskapelle unter dem Felsen von Golgatha sowie in den Stützpfeilern des Kaiserbogens aus dem 11. Jahrhundert zwischen der Rotunde und dem griechischen Katholikon. Beachtenswert ist auch die Wiederverwendung byzantinischer Säulenkapitelle mit "Korbgeflecht"-Ornamenten durch die Kreuzfahrer.
Der älteste Kirchenbau in Jerusalem, der die Jahrhunderte überdauert hat, ist die Krypta aus dem 5. Jahrhundert in der griechisch-orthodoxen Kirche Johannes des Täufers (Prodomos) im Christlichen Viertel der Altstadt. Die kleeblattförmige Krypta liegt unter dem heutigen Straßenniveau. Sie besitzt drei Apsiden (im Norden, Osten und Süden) und einen engen, langen Narthex im Westen. Vier Pfeiler tragen die Kuppel. Das obere Stockwerk wurde von den Persern im Jahre 614 zerstört. Es wurde vom hl. Johannes dem Almosengeber, Patriarch von Alexandrien, und später im 11. Jahrhundert von italienischen Kaufleuten aus Amalfi wiedererrichtet. Die heutige Fassade und der kleine Glockenturm des Obergeschosses sind modern. Die Kirche kann durch einen Hof von der Hauptstraße im christlichen Viertel erreicht werden. |
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Die Nea-Kirche eine griechische Inschrift erwähnt Kaiser Justinian Mit Genehmigung von H. Geva |
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Weitere wichtige Zeugnisse byzantinischer Architektur in Jerusalem bieten die Überreste der Apsis und Grundmauern der monumentalen Nea-Kirche, der "Neuen Kirche der heiligen Gottesmutter Maria", die 543 unter Kaiser Justinian erbaut wurde. Die architektonischen Überreste wurden 1970 und 1982 bei archäologischen Ausgrabungen im Jüdischen Viertel der Altstadt freigelegt. Wenig vom Oberbau dieser Kirche wurde gefunden, doch eine der gewaltigen unterirdischen Zisternen hat die Wirren der Zeit überlebt.
Das Goldene Tor in der östlichen Mauer der Altstadt könnte auch aus byzantinischer Zeit stammen. Es gibt Hinweise auf ein Tor in der Ostmauer des Tempelberges während der Zeit des Zweiten Tempels, das von den Priestern während der Zeremonie der Roten Kuh benutzt wurde; nach einer späteren christlichen Tradition handelt es sich um das Tor, durch das Jesus am Palmsonntag in die Stadt einzog. Die Rundbögen mit Pflanzenreliefformen weisen eine große Ähnlichkeit mit dem herodianischen Doppeltor auf der Südseite des Tempelberges auf. Archäologische Untersuchungen während der britischen Mandatszeit legten nahe, daß der heutige Torbau an der Stelle des ursprünglichen herodianischen Tores errichtet wurde. Es ist möglich, daß Kaiserin Eudokia Mitte des 5. Jahrhunderts das gegenwärtige Tor zum Gedenken an die wunderbare Heilung eines Gelähmten durch den hl. Petrus errichten ließ (Apg. 3,1-10).
Romanische Architektur (500 - 1100)
Der als romanisch bezeichnete architektonische Übergangsstil wurde während des 6. Jahrhunderts entwickelt; er verbindet den früheren Basilikastil mit ersten Elementen des späteren, monumentaleren Stils der Gotik. Eine entsprechende Entwicklung vollzog sich zur gleichen Zeit auch in Armenien.
Die besten Beispiele erhaltener romanischer Architektur in Jerusalem sind das griechisch-orthodoxe Kreuzkloster aus dem 11. Jahrhundert in der Nähe des Israel-Museums und die im 12. Jahrhundert restaurierte St. Annen-Kirche in der Nähe des Löwentors in der Altstadt. |
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Das Kreuzkloster Y. Loeff |
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Das festungsartige Kreuzkloster wurde im 11. Jahrhundert von dem georgischen König Bagrat an der Stätte eines früheren Heiligtums errichtet. Die Kirche wird durch einen Narthex betreten. Sie hat ein Hauptschiff und Seitenschiffe. Die Kuppel über dem Altar ruht auf vier Säulen. Fresken aus dem 12. und 17. Jahrhundert schmücken die Säulen und Wände der Kirche. Sie erzählen die Legende des Baumes, aus dem das Kreuz Jesu geschlagen wurde. Eines der Fresken erinnert an den im 13. Jahrhundert lebenden georgischen Nationaldichter Shota Rustaveli, der in dem Kloster gelebt hat. Seit dem 16. Jahrhundert ist das Kloster im Besitz des griechisch-orthodoxen Patriarchats. Es ist an Wochentagen für Besucher geöffnet. Der Fußboden enthält Sektionen eines Mosaikfußbodens aus der Kirche des frühen 5. Jahrhunderts. |
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Die St. Annen-Kirche Y. Loeff |
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Die St. Annen-Kirche, eine Kuppelbasilika mit einem Haupt- und zwei Seitenschiffen, gilt als die schönste Kirche der Stadt. Ihr Innenraum ist schlicht, vielleicht infolge des Umstandes, daß der Bau nach 1192 als madrasa, als muslimische Religionsakademie, genutzt wurde. (Bemerkenswert ist, daß jedes Kapitell der Säulen im Innenraum eine andere Form aufweist. Auf einem Kapitell findet sich sogar die Darstellung einer Kuh - oder eines Ochsen; vielleicht als Symbol des Evangelisten Lukas?) Im Jahre 1856 übergab der osmanische Sultan den Bau den römisch-katholischen "Weißen Vätern" als Dank für die französische Unterstützung im Krim-Krieg. |
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Der Innenraum der Jakobus- Kathedrale Y. Loeff |
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Das eingefriedete Armenische Viertel (eigentlich der armenische St. Jakobus-Konvent) im Südwestteil der Altstadt besitzt einige Kirchen und Kapellen aus dem Mittelalter. Die 1141 aus dem Besitz der Georgier erworbene armenisch-orthodoxe Kathedrale des hl. Jakobus des Großen ist wohl das beeindruckendste Bauwerk im Armenischen Viertel. In die gegenwärtige Kirche wurden frühere Architekturelemente eingegliedert, darunter die St. Menas-Kapelle, die aus dem 5. Jahrhundert stammen mag. Die Innengestaltung der Kathedrale - ein breites Hauptschiff und enge Seitenschiffe, getrennt durch vier eckige Säulen, die Gewölbe und Kuppel tragen - ähnelt bereits damals existierenden Kirchen in Armenien. Der ursprüngliche Eingang lag auf der Südseite der Kirche. Doch 1670 wurde der Säulengang geschlossen, um die Etchmiadzin-Kapelle zu errichten.
Die in der Nähe liegende armenisch-orthodoxe Kirche der hl. Erzengel aus dem 13. Jahrhundert entspricht in ihrem Grundriß der Jakobus-Kathedrale, hat hingegen wesentlich geringere Ausmaße. Beide Kirchen wurden im 18. Jahrhundert mit blau-weißen Kütahya-Kacheln dekoriert. Die Wände des Eingangshofes der Kathedrale enthalten darüber hinaus katchkars, von Pilgern gestiftete Steine, in die Kreuze und Inschriften eingemeißelt sind. Der früheste derartige Stein datiert ins Jahr 1151.
Eine gut erhaltene Kreuzfahrerkirche wurde vor wenigen Jahren auf der Aqabat al-Khalidiyya-Straße in der Nähe des Suq al-Qattanin (Markt der Baumwollhändler) entdeckt. Es handelt sich vermutlich um die Kirche des hl. Julian, was jedoch nicht mit letzter Gewißheit bestimmt werden kann. Wie einige andere religiöse Kreuzfahrerbauten wurde sie später für andere Zwecke genutzt; in jüngster Zeit waren in den Gewölben eine Tischlerei und ein Möbelgeschäft untergebracht. Die dreischiffige Basilika mit drei Apsiden entspricht in ihrem Grundriß der Kirche der hl. Maria der Deutschen, einer Kirchen- und Hospizanlage der deutschsprachigen Johanniter-Ritter aus dem 12. Jahrhundert. Die erhaltenen Ruinen dieser Kirche können heute in der Misgav-Ladach-Straße im Jüdischen Viertel betrachtet werden.
Andere Kirchen aus der Romanik und der Zeit der Kreuzfahrer haben als Moscheen sowie als Bauten überlebt, in denen muslimische Religions- und Erziehungsinstitutionen untergebracht wurden. Sie sind für Gelegenheitsbesucher nicht geöffnet.
Der Grundriß der Kirche der hl. Maria der Lateiner aus dem 11. Jahrhundert hat sich in der heutigen deutsch-lutherischen Erlöserkirche bewahrt, die 1898 errichtet wurde. Der gegenwärtige Kirchenbau schließt auch die mittelalterliche Vorhalle im Norden mit der Darstellung eines Zodiakus ein. Teile des mittelalterlichen Kreuzganges sind im angrenzenden lutherischen Hospiz erhalten.
Nicht alle Kreuzfahrerbauten dienten religiösen Zwecken. Der dreifache Markt - die drei parallelen überdachten Marktstraßen des Basars im Zentrum der Altstadt - stammt zu großen Teilen aus der Kreuzfahrerzeit. Einige der Säulen zwischen den Geschäften tragen noch heute die Abkürzung "S.A." für "Santa Anna", mit der angezeigt wird, daß es sich um Eigentum und Besitz der St. Annen-Kirche handelte.
Das große griechisch-orthodoxe Kloster, das sich im Westen an die Grabeskirche anschließt, sollte ebenfalls erwähnt werden. Das Kloster birgt ein Labyrinth unzähliger Räume, Höfe, Kapellen, Stiegen und Gäßchen aus verschiedenen Zeiten. Seine St. Thekla-Kirche datiert ins 12. Jahrhundert, doch das Kloster selbst mag wesentlich älter sein. Das Flachdach des Klosters überspannt die Hauptstraße des Christlichen Viertels und reicht bis auf das Dach der Grabeskirche.
Gotische Architektur (1100 - 1500) |
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Das Grab der Jungfrau Maria Y. Loeff
Der Eingang zur St. Markus-Kirche Y. Loeff
Das Coenaculum W. Braun |
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Der Architekturstil der Gotik entwickelte sich während des 12. Jahrhunderts aus der Romanik. Er zeichnet sich durch verstärktes Auftreten vertikaler Linien, die häufige Verwendung "gebrochener" (oder spitzer) Bögen, durch Säulengruppen und hohe dekorative Fenster aus. Gotische Architektur kennt zudem komplizierte, hochentwickelte Steinmetzarbeiten oft in phantasievollen und grotesken Darstellungen.
Aus historischen, politischen und finanziellen Gründen entwickelte die christliche Architektur in Jerusalem im Spätmittelalter nicht die hochaufschwingenden Stilformen, wie wir sie von den gotischen Kathedralen und Kirchen Westeuropas kennen. Dennoch finden sich Elemente einer frühen normannischen Gotik im Kreuzgang und in den Arkaden der Grabeskirche aus der Kreuzfahrerzeit (in und um das heutige griechisch-orthodoxe Katholikon). Außerdem können sie in den Kreuzrippengewölben des südlichen Querschiffes der Grabeskirche und in den beiden gedrängten Spitzbögenportalen des Haupteinganges mit ihren charakteristischen, von Säulen verzierten Türpfosten und ornamentalen Bogenverzierungen ausgemacht werden. (Die beiden Türstürze mit komplexen, in Stein gehauenen Verzierungen und figürlichen Darstellungen, die einst die Flächen über den Türen schmückten, werden heute im Jerusalemer Rockefeller-Museum aufbewahrt.)
Ähnliche gedrungene Spitzbögenportale aus dem 12. Jahrhundert finden sich am Eingang der kleinen syrisch-orthodoxen St. Markus-Kirche in der Nähe des Jaffatores; und in der durch Strebepfeiler verzierten Fassade des unterirdischen Grabes der Jungfrau Maria im Kidrontal.
Nach der muslimischen Rückeroberung Jerusalems wurden nur wenige christlich-religiöse Bauten neu errichtet. Genehmigte und durchgeführte Arbeiten konzentrierten sich im wesentlichen auf Reparatur und Erhaltung. Eine bemerkenswerte Ausnahme stellt jedoch das Coenaculum, das Obergemach, auf dem Zionsberg dar, das von den Franziskanern anläßlich ihrer Rückkehr in die Stadt im Jahre 1335 erbaut wurde. Das Rippengewölbe der Decke ist typisch für die lusitanische oder zypriotische Gotik. Nach der Vertreibung der Franziskaner wurde dem fortan als Moschee genutzten Raum 1523 der verzierte Mihrab, die islamische Gebetsnische, hinzugefügt.
Das Pasticcio des 19. Jahrhunderts
Bis 1833 war die franziskanische Kustodie des Heiligen Landes die einzige westkirchliche Vertretung, der eine Residenz in Jerusalem gestattet war. Dies änderte sich während der zehnjährigen militärischen Besetzung der Stadt durch Ibrahim Pascha, den Sohn des Herrschers über Ägypten, Mohammed Ali, als die großen europäischen Mächte in der Stadt Konsulate einrichteten. Die politische und administrative Kontrolle der Osmanen wurde 1844 wiederhergestellt, doch die europäischen Großmächte betrachteten sich fortan selbst als Schutzmächte der lokalen christlichen Gemeinschaften: Frankreich wurde Schutzherrin der römisch-katholischen Kirche; Rußland Protektor der Orthodoxien des Ostens; und Großbritannien und Preußen schwangen sich zu Schutzmächten der protestantischen Gemeinschaften auf. Die Landeskirchen Großbritanniens und Preußens nutzten diese Situation, um eine protestantische Präsenz im Lande aufzubauen. Ähnliche Aktivitäten wurden auch von der russisch-orthodoxen Kirche sowie der katholischen Kirche und den religiösen Orden Österreichs, Frankreichs und Italiens betrieben. |
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Der koptische Chan Y. Loeff |
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In der Regel bevorzugten diese Gruppen architektonische Formen, die ihre eigene nationale Kultur und Geschichte zum Ausdruck brachten. Das Ergebnis schmückte Jerusalem mit englischen Landkathedralen, einem italienischen Renaissance-Palazzo, einem rheinisch-pfälzischen Jagdhaus und einer schottischen Burg. Einige der Bauherren versuchten, einen eher einheimischen Effekt zu erzielen, indem sie "maurische" und neoklassische Elemente in ihre Entwürfe einbezogen. Einige dieser Versuche waren erfolgreicher als andere. Alle Bauten jedoch mußten mit lokalen Materialien und in traditionellen Baumethoden durchgeführt werden. Die einheimischen Ostkirchen ihrerseits hielten weiterhin an den traditionellen Architekturformen fest. Ein Beispiel ist der koptische Chan an der Nordseite des Hiskia-Teiches. Der Chan wurde 1836 als Hospiz für ägyptisch-christliche Pilger errichtet und zeigt den klassischen Grundriß einer mittelalterlichen Karawanserei mit einem Eingangstor und einem zentralen Innenhof.
Das erste westliche Kirchengebäude, das zu jener Zeit in Jerusalem errichtet wurde, war die anglikanische Christus-Kirche mit ihren Nebengebäuden gleich hinter dem Jaffator in der Altstadt. Diese 1849 in einem vorgetäuschten Tudorstil erbaute Kirche ist die erste und älteste protestantische Kirche im Nahen Osten. Ihr fehlt ein Glockenturm, da sie fingiert als Privatkapelle des britischen Generalkonsuls geplant war. |
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Die anglikanische St. Georgs- Kathedrale Y. Loeff |
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Ein ähnliches Image vom "glücklichen England" bietet die 1898 errichtete anglikanische Kathedrale des hl. Märtyrers Georg in der Nablusstraße. Diese Miniaturversion einer englischen Landkathedrale könnte leicht den Hintergrund für einen Trollope-Roman abgeben. Durch ein Torhaus im vorgetäuschten Tudorstil gelangt man in den Hof der Kathedrale, der die Wohnbezirke für Dekan und Bischof, ein Gasthaus für Pilger, eine Knabenschule und seit wenigen Jahren auch eine Institution der Erwachsenenbildung umfaßt, die von der affiliierten protestantischen Episkopalkirche der Vereinigten Staaten geführt wird.
1852 begannen die römischen Katholiken mit dem Bau des lateinischen Patriarchats, nachdem der entsprechende Würdenrang 1847 wiedereingesetzt worden war. Die eigentliche Residenz wurde 1858 fertiggestellt, die beigefügte Kathedrale 1872. Die eher schlichte Fassade ist neogotisch.
Griechisch-orthodoxe Architektur jener Zeit bevorzugt tendenziell den osmanischen Barock, wie sich in der Fassade der griechisch-orthodoxen Schule in der St. Dimitri-Straße und in der Form des Glockenturms des Kreuzklosters zeigt. |
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Die Dreifaltig- keitskathedrale W. Braun
Maria-Magdalenen- Kirche mit Konvent
Das italienische Hospital Y. Loeff
Das Terra Sancta College W. Braun
Das Ratisbonne- Kloster Y. Loeff
Der Erlöserkirche W. Braun
Die anglikanische St. Pauls-Kapelle Y. Loeff
Der Konvent der Zions- schwestern, Innerraum Y. Loeff
Äthiopische Kathedrale und Kloster W. Braun |
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Zu einer Art nördlichem Barockstil wurde beim Bau der russisch-orthodoxen Dreifaltigkeitskathedrale gegriffen, die 1871 innerhalb des umfriedeten Russengebietes geweiht wurde. Zu diesem außerhalb der Altstadtmauern angelegten Gebäudekomplex gehörten Konsulat, Krankenhaus, Hospiz und Küchen für russisch-orthodoxe Pilger. Ein eher traditioneller "moskowitischer" Stil prägt die 1888 erbaute russisch-orthodoxe Maria-Magdalenen-Kirche und ihren Konvent in der Nähe des Garten Gethsemane.
Eines der seltsamsten Bauwerke in der Stadt ist das im florentiner Stil errichtete Italienische Hospital in der Prophetenstraße (in dem heute Büros des Erziehungsministeriums untergebracht sind). In seiner überraschenden Erscheinung verbindet der Bau architektonische Elemente des Palazzo Vecchio und der Medici-Kapelle.
Ein schlichteres Erscheinungsbild im Stil der Neorenaissance bieten das von den Franziskanern errichtete Terra Sancta College in der Keren-Hayesod-Straße, und das ältere Ratisbonne-Kloster der Zionsbrüder.
Die Deutschen bevorzugten die Neoromanik, einen Stil, für den es in Jerusalem vier hervorragende Beispiele gibt: die 1897 errichtete deutsch-lutherische Erlöserkirche im Muristan-Viertel der Altstadt; die 1901 erbaute römisch-katholische Dormitionsabtei auf dem Zionsberg; das römisch-katholische St. Pauls-Hospiz gegenüber dem Damaskustor, das 1910 gebaut wurde (und in dem heute die Schmidt-Schule untergebracht ist); sowie die deutsch-lutherische Himmelfahrtskirche auf dem Ölberg, die ebenfalls 1910 als Teil des Augusta-Viktoria-Hospizes errichtet wurde. Innendekoration, Fresken und Mosaiken der Himmelfahrtskirche sind für Studenten der deutschen Kunst des 19. Jahrhunderts von besonderer Bedeutung, da sie den Mosaiken der Kaiser Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin nachgebildet wurden, die im Zweiten Weltkrieg zerstört worden ist. Ähnlich bedeutende Dekorationen des späten 19. Jahrhunderts schmücken die Kapelle des römisch-katholischen Österreichischen Hospizes gegenüber der 4. Kreuzwegstation auf der Via Dolorosa.
Einer der erfolgreichsten westlichen Architekten in Jerusalem Mitte des 19. Jahrhunderts war wohl der in Deutschland geborene Ingenieur und Vorreiter der biblischen Archäologie, Dr. Conrad Schick, dessen Entwurf für die anglikanische St. Pauls-Kapelle in der Prophetenstraße ein Schmuckstück viktorianischer "Pfefferkuchenarchitektur" ist, obwohl der Bau aus einheimischem Kalkstein errichtet wurde. (Ein ähnlicher Gebrauch des Steins zum Häuserbau im nordeuropäischen Stil wurde in der Deutschen Kolonie um die Emek-Refaim-Straße südlich des Jerusalemer Bahnhofs gemacht.)
Mehrere in dieser Zeit entstandene Bauwerke versuchen, Formen und Strukturen jeweils jüngster archäologischer Funde einzugliedern. Ein derartiges Beispiel ist die Ornamentierung des Französischen Hospitals und des Konvents St. Vincent de Paul. Im Fall des Konvents der Zionsschwestern wurde die Archäologie sogar zum architektonischen Fokus, nachdem 1851 die Überreste eines wohl im 1. Jahrhundert von König Herodes Agrippa I. errichteten Stadttores entdeckt worden waren, das man unter der Regierung Kaiser Hadrians (um das Jahr 135 n.d.Z.) in einen römischen Triumphbogen umgebaut hatte. Beim Bau des heutigen Konvents 1868 integrierte der Architekt den erhaltenen östlichen Bogen des Monuments in den Bau der Konventskirche, um einen dramatischen Hintergrund für den Altar zu schaffen.
Archäologie beeinflußte auch die Gestaltung der St. Stephans-Kirche, die 1900 von den französischen Dominikanern als Teil der Ecole Biblique et Archéologique Française errichtet wurde. Der Entwurf lehnt sich an die Form der klassischen Basilika an, und tatsächlich steht der heutige Bau an der Stätte eines frühen byzantinischen Heiligtums. Überreste eines Mosaikfußbodens aus dem 5. Jahrhundert sind im Atrium und im Hauptschiff der Kirche zu sehen.
Daß die europäische Architektur des 19. Jahrhunderts in Jerusalem sowohl funktionell als auch dekorativ sein konnte, beweist Conrad Schicks eigenes Wohnhaus, das Haus Thabor in der Prophetenstraße. Der Bau wurde 1882 errichtet und beherbergt heute das Schwedisch-Theologische Institut. Es handelt sich um eines der ersten modernen Wohnhäuser außerhalb der Altstadt. Es wurden traditionelle Baumethoden angewandt - unter anderem mit Geröll auf gefüllte Wände (wie erst kürzlich bei Renovierungsarbeiten entdeckt wurde). Die Räume im Haupttrakt weisen hingegen flache europäische Decken auf. Andere historische Konstruktionen des 19. Jahrhunderts entlang der Prophetenstraße sind das zinnerne Kuppeldach des ehemaligen deutschen Diakonissen-Hospitals (heute ein Trakt des benachbarten Bikur-Cholim-Krankenhauses) und die im Halbkreis angelegten Pavillons des ehemaligen englischen Hospitals (heute die Anglikanische Schule).
In der Äthiopienstraße ganz in der Nähe liegt der umfriedete Bezirk der äthiopischen Kathedrale mit ihrem Kloster, beide 1896 errichtet. Bei der Kirche handelt es sich um einen Rundbau. Das abgeschirmte Heiligtum liegt in der Mitte des Gebäudes und ist von einem Wandelgang umgeben, in dem die Gemeinde zusammenkommt. Moderne Architektur
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Die Kirche aller Nationen W. Braun
Die Dominus-Flevit- Kapelle W. Braun
Die schottische St. Andrews- Gedächtnis- kirche mit Hospiz Y. Loeff
Der Internationale CVJM Jerusalem Y. Loeff
Die Baptisten- kirche in der Narkisstraße W. Braun
Das Jerusalem- Zentrum für Nahost-Studien (der Mormonen) W. Braun
Die Kirche von Bethphage Y. Loeff
Grabeskirche, Innenansicht der Rotundenkuppel Y. Loeff |
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Das typischste Element der Architektur im modernen Jerusalem ist wohl der Umstand, daß alle Bauwerke - selbst die öffentlichen Toiletten! - mit Jerusalem-Stein verkleidet sind. Dies ist das Ergebnis einer ästhetischen Entscheidung, die in den frühen 1920er Jahren vom ersten britischen Gouverneur Jerusalems, Sir Ronald Storrs, in Form einer städtischen Anordnung erging. Diese Vorschrift gab den Bauten der Stadt eine gewisse Einheitlichkeit im Charakter. Und obwohl es zu erheblichen Inkonsequenzen in Gestalt und Material kommen kann, hat diese Bedingung in den meisten Fällen einen beruhigenden Effekt auf eher radikale Entwürfe.
Jerusalem besitzt drei Beispiele der Arbeiten des römisch-katholischen Architekten Antonio Barluzzi, der eine Reihe von Kirchen und Kapellen für die Franziskanische Kustodie des Heiligen Landes gebaut hat: die reich verzierte Kirche aller Nationen im Garten Gethsemane aus dem Jahr 1924; einen Glockenturm im romanischen Stil, der für die franziskanische Kirche in Bethphage während deren Restauration 1954 errichtet wurde; und die kleine Dominus-Flevit-Kapelle auf dem Ölberg von 1955. In radikaler Abwendung von seinem üblichen konservativen Stil hat Barluzzi dieser Kapelle die stilisierte Form einer Träne über einem griechischen Kreuz als Grundriß gegeben.
Die klaren, schlichten Linien der schottischen St. Andrews-Gedächtniskirche und des dazugehörigen Hospizes am Rande des Hinnomtals erwecken die imaginäre Assoziation eines schottischen Hochland-Schlosses und Burgfrieds. Dies ist durchaus angemessen, denn die Anlage wurde als Gedächtniskirche für schottische Soldaten errichtet, die in dieser Region während des Ersten Weltkrieges ihr Leben verloren haben. Die Kirche wurde 1927 nach einem Entwurf von Clifford Holliday gebaut. Die großen Fenster im Kreuzfahrerstil im Kirchenschiff sind mit kleinen, runden Feldern aus blauem Hebronglas verglast.
Stolz ragt dagegen der eher eklektische Bau des Internationalen CVJM Jerusalem empor. Er wurde nach Plänen des Architekten A. L. Harmon verwirklicht, zu dessen Arbeiten auch das Empire State Building in New York gehört. Der Erzengel im Relief des Glockenturms wurde von dem Bezalel-Künstler Zeev Raban gestaltet. Die Säulenkapitelle entlang der Loggia sind ebenso mit Darstellungen der lokalen Flora und Fauna geschmückt wie die Kapitelle in den Arkaden, die zu den überkuppelten Anbauten auf beiden Seiten des Haupttraktes führen. In einem der Anbauten befindet sich ein im byzantinischen Stil ausgeschmückter Konzertsaal, in dem anderen Sportstätten.
Sehr modern sind die klaren Linien und der komfortable Funktionalismus des neuen Kirchenbaus der Baptistengemeinde in der Narkisstraße, der sich in seiner Gestalt gut in die Reihen der Wohnhäuser im internationalen Bauhaus-Stil der unmittelbaren Nachbarschaft einfügt. Ein gleichermaßen von der Moderne geprägter Ansatz wurde im Bau des Jerusalem-Zentrums für Nahost-Studien verwirklicht, das 1988 als eine Zweigstelle der von der Mormonen-Kirche getragenen Brigham Young University gebaut wurde. Das Zentrum liegt auf dem Südabhang des Skopusberges. Seine Architektur nutzt effektiv die Lage und Aussicht, insbesondere durch die gläserne Wand des Konzertsaals, durch die das Publikum unmittelbar auf die Altstadt und den Tempelberg blickt.
Die Ostkirchen folgen dagegen weiterhin den alten architektonischen Traditionen, die auch bei der Errichtung neuer Kirchen zum Tragen kommen. Ein Beispiel dafür ist die jüngst in klassisch-byzantinischem Stil erbaute griechisch-orthodoxe Kirche in Bethphage.
Dem neuen Millennium zweifellos angemessen ist es, daß zu den jüngsten Arbeiten christlicher Architektur in Jerusalem auch die Renovierung und Restaurierung der Rotundenkuppel in der Grabeskirche gehört. Die Ersten werden die Letzten und die Letzten die Ersten sein wie immer. |
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