|
Tabgha - Die Brotvermehrungskirche |
|
|
|
|
 |
ARCHÄOLOGISCHE STÄTTEN IN ISRAEL
|
|
INHALT |
AKKO |
BETHSAIDA |
TABGHA |
ROMISCHE BOOT |
KURSI |
TIBERIAS |
BELVOIR |
CASAREA |
MARTYRIUS |
GRABESKIRCHE |
NEA-KIRCHE |
KATHISMA |
KIRCHEN IM NEGEV
|
| |
| |
|
|
|
Tabgha - Die Brotvermehrungskirche
|
 |
|
| |
| |
|
|
In früher byzantinischer Zeit bauten Christen Klöster, Kirchen und Heiligtümer in Galiläa und an den Ufern des Sees Genezareth, um an das Wirken Jesu und die ihm zugeschriebenen Wunder zu erinnern. Tabgha - eine arabische Entstellung des griechischen Namens Heptapegon (Sieben Quellen) - ist die traditionelle Stätte des Wunders der Brot- und Fischvermehrung. (Mt. 14,13-21) Der Ort liegt in einem schmalen, fruchtbaren Tal an den Nordufern des Sees und wird von mehreren Quellen mit Wasser versorgt.
Das früheste Gebäude in Tabgha war eine kleine Kapelle (18 x 9,6 m) aus dem 4. Jahrhundert n.d.Z.; nur ein kleiner Teil ihrer Fundamente konnte freigelegt werden. Sie gehörte wahrscheinlich zu dem Heiligtum, das die Pilgerin Egeria gegen Ende des 4. Jahrhunderts beschrieb:
In der gleichen Gegend (nicht weit von Kapernaum) liegt ein wohlbewässertes Grundstück mit Blick auf den See. Hier wachsen üppiges Gras und viele Bäume und Palmen. Ganz in der Nähe sind sieben Quellen, aus denen Wasser im Überfluß springt. In diesem herrlichen Garten hat Jesus fünftausend Menschen mit fünf Broten und zwei Fischen gespeist. Der Stein, auf den der Herr das Brot legte, wurde ein Altar. Die zahlreichen Pilger, die die Stätte besuchten, haben Stücke aus dem Stein herausgebrochen, um damit ihre Leiden zu heilen.
|
| |
| |
|
|
Im 5. Jahrhundert wurden ein Kloster und eine Kirche mit einem einzigartigen Mosaikfußboden an der Stätte errichtet. Die Anlage erstreckte sich über ein Gebiet von 65 x 33 m. Sie umfaßte einen Hof und zahlreiche Räume, die als Arbeitsstätten verschiedener Handwerker sowie als Unterkünfte der Mönche und vieler Pilger dienten, die den Ort besuchten.
Kloster und Kirche von Tabgha wurden im 7. Jahrhundert wohl im Zuge der arabischen Eroberung des Landes zerstört, und unter einer dicken Schlamm- und Steinschicht begraben. Nach den Ausgrabungsarbeiten in den 1980er Jahren wurde die Kirche in ihrer byzantinischen Form wiederaufgebaut. Teile des antiken Mosaikfußbodens sind heute in der Kirche zu sehen.
|
| |
| |
|
|
Die Basilika des Kirchenbaus ist durch zwei Säulenreihen in ein Haupt- und zwei Seitenschiffe geteilt. In der Ostwand befindet sich eine halbrunde Apsis mit Räumen für die amtierenden Kleriker zu beiden Seiten. Vor der Apsis liegt eine erhöhte, von einer Chorschranke umgebene Plattform, in deren Mitte unter dem Altar ein unbehauener Stein erhalten ist. Dies ist die traditionelle Stätte des Wunders der Brot- und Fischvermehrung. Ein Mosaik mit der Darstellung eines von zwei Fischen flankierten Brotkorbes wurde hinter dem unbehauenen Stein gefunden. Es war im 6. Jahrhundert in den Kirchenbau eingefügt worden, um auf die Bedeutung des Steins hinzuweisen; das Mosaik wird heute vor dem Altar gezeigt.
Die Kirche ist berühmt für ihre Mosaiken, die auch für byzantinische Kirchen im Heiligen Land einzigartig sind. Der Fußboden der Kirche ist zum größten Teil mit gewöhnlichen geometrischen Mustern bedeckt. Doch beide Seiten des Querschiffes sind durch die einmaligen Hauptmosaiken geschmückt. Gut erhalten ist insbesondere das Mosaik
zur Linken der Altarplatte: ein viereckiger Mosaikteppich (6,5 x 5,5 m), der mit einem Zierrand aus Lotusblüten gesäumt wird.
|
| |
| |
|
|
Die Mosaiken zeigen in bunten Farben die lokale Flora und Fauna. Hier und dort wird ein Gebäude abgebildet. Blumen und Tiere, hauptsächlich Vögel, sind so natürlich dargestellt, daß man Lotus, Oleander und Lilien als solche erkennen kann; auch Ente, Schnepfe, Reiher, Gans, Schwan, Kormoran, Flamingo und Storch sind vorhanden. In dem Mosaik ist ein mit Markierungen und griechischen Buchstaben beschrifteter Turm erkennbar, dessen Original wohl zum Messen des Wasserstandes des Sees Genezareth gedient haben wird (bekannt als "Nilometer").
Die Kirche gehört dem Benediktinerorden und ist für Besucher geöffnet. Heute wie in byzantinischen Zeiten kommen zahlreiche Pilger zu der Stätte.
1968 wurden Ausgrabungen von B. Bagatti und S. Loffreda für das Studium Biblicum Franciscanum durchgeführt. Die Ausgrabungen von 1979-1980 wurden von R. Rosenthal und M. Hershkovitz für das Israel-Antiken- und Museumsamt (heute die Israelische Antikenbehörde), die Hebräische Universität Jerusalem und die Dormitionsabtei in Jerusalem ausgeführt.
|
| |
|
|
|
|
|
|
Also available in
|
|
|
|